Nadelwald in Mischwald umwandeln

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Förster Michael Hansen zeigt hier eine kleine Minibuche mit 15 Zentimetern Höhe, für die sie etwa sechs bis sieben Jahre gebraucht hat. Fotos: pi/ bm

In der Hahnheide wurden dafür auf 14 Hektar Bucheckern ausgesät

Trittau. Der Nadelwald in der Hahnheide soll in den nächsten Jahren schonend in einen Mischwald mit Buchen umgewandelt werden. Deshalb sind in diesen Tagen erstmalig auf 14 Hektarn des insgesamt 150 Hektar großen Waldgebiets Bucheckern mit einer Saatmaschine streifenweise unter Fichten, Lärchen und Kiefern ausgesät worden.
Die Saat wird dort ausgebracht, wo es noch keine Mutterbäume gibt, die von selbst aussäen. Auf schwerem Boden werden auch Setzlinge aus der Baumschule gepflanzt, doch das ist wesentlich teurer.
Die Kosten für einen Hektar Saat inklusive Schutzzaun liegen etwa bei 3000 Euro, kosten damit 25 Prozent weniger als vergleichbare Pflanzungen. Zirka 120.000 Buchereckern werden auf einem Hektar ausgebracht.
„Wenn davon 5000 Pflanzen stehen bleiben, bin ich glücklich“, sagt Förster Michael Hansen. Denn die Bucheckern sind bei Mäusen, Tauben und Buchfinken beliebtes Futter, Jungpflanzen knabbert auch das Wild gerne an. Daher sind die Zäune notwendig.
Der Klimawandel macht diesem Maßnahmen nötig. „Fichten leiden unter Trockenstress und sind den erwarteten Klimaveränderungen nicht gewachsen“, erklärt Hansen. Die Bestände sind etwa 60 Jahre alt, stammen aus der Nachkriegszeit, als der Wald nach dem Kahlschlag im Krieg ungeordnet wieder aufgeforstet wurde.
Fichten leiden auch am Borkenkäfer, die Stürme tun ein übriges. Trotzdem wird nicht einfach ein Kahlschlag gemacht, wie in anderen europäischen Ländern, sondern Zug um Zug der Wald umgebaut. Daran wirken alle 30 Förstereien der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) mit. Die SHLF investiert jährlich in 200 Hektar Waldumbau, um labile Nadelholzbestände in zukunftsfähige Laubmischwälder zu überführen.
Hansen rechnet mit einem Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren, bis die Sache abgeschlossen ist. Der Bestand an Fichten wird gleichzeitig verringert, das Holz vermarktet. An einigen Stellen kann man sehen, wie langsam ein Buchensamen wächst. Auf einer Lichtung stand eine einsame Minibuche mit 15 Zentimeter Höhe zwischen lauter Fichtenkeimlingen, die sich selbst ausgesät haben.
„Die kleine Buche ist sechs bis sieben Jahre alt“ erläuterte Hansen. An anderer Stelle haben sich die Buchen schon deutlich durchgesetzt, denn wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben und ihre Fressfeinde sie nicht als Futter verwertet haben, wachsen sie schneller in die Höhe. Ein 140 Jahre alter Mutterbaum hat dann schon eine recht imposante Größe.
Nur alle drei bis fünf Jahre kann man Bucheckern ernten. 2011 waren es 20.000 Kilogramm, die durch am Boden ausgelegte Netze geerntet werden. Die Ernte wird an Baumschulen verkauft, die die Bucheckern reinigen, trocknen und bei null Grad lagern. Das schützt vor Pilzen und Fäulnis. Das aufbereitete Saatgut wird dann zurück gekauft und kann von April bis Mai ausgesät werden. (pi/bm)
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