Netzwerk fürs Ehrenamt

Anzeige
Senioren beim Einkaufen helfen: Das könnte es durch eine bessere Vernetzung des Ehrenamtes in Ahrensburg bald häufiger geben Symbolfoto: thinkstock

Awo beantragt Fördergelder, um Hilfe zu strukturieren und auszubauen

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Gemeinnützige und private Organisationen für Menschen, die Hilfe benötigen oder solche leisten wollen gibt es viele. Doch bislang fehlt eine Struktur und eine zentrale Anlaufstelle. Das könnte sich im Rahmen eines Förderprogrammes nun ändern. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo)hat sich als Träger bei dem Wettbewerb „Engagierte Stadt“ beworben. Auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, fünf Stiftungen und einem Unternehmen winken insgesamt mehr als drei Millionen Euro für Projekte ehrenamtlich tätiger Organisationen im Bundesgebiet.
„Es gibt bereits zahlreiche Hilfs- und Unterstützungsangebote in unserer Stadt für Menschen in unsicheren und schwierigen Lebenslagen oder Situationen. Sie sind jedoch nicht immer bekannt oder zentral verfügbar, was eine niederschwellige Anforderung erschwert. Das möchten wir ändern“, erklärt Jürgen Eckert, Vorsitzender des Ortsverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und einer der Initiatoren. „Wir wollen ein Netzwerk schaffen, das möglichst vielen Menschen Angebote zur Hilfe und Unterstützung unterbreitet. Diese sollen allen Bürgern bekannt sein und ohne Hemmnisse angefordert werden können.“
Der Chef der Awo Ahrensburg verspricht sich dadurch auch einen Zuwachs an Menschen, die freiwillige Hilfe leisten. Eckert vermutet, dass zwar viele Ahrensburger bereit wären, ehrenamtlich tätig zu werden, aber einfach nicht die richtige Anlaufstelle finden. Durch das Projekt „Engagierte Stadt“ erhofft er sich bis zu 100 weitere Ehrenamtler für Organisationen in den nächsten drei Jahren.
„Wir möchten die Bürger für die Probleme ihrer Mitmenschen sensibilisieren und anregen, dann auch etwas zu tun“, erklärt Annette Maiwald-Boehm, Leiterin des Peter-Rantzau-Hauses. Konkret soll ein Netzwerk hergestellt werden, in dem sich lokal ansässige humanitäre Organisationen, Unternehmen und Stadtverwaltung austauschen und gemeinsame Projekte anstoßen können. In drei Jahren sollen sogenannte Ehrenamtsscouts Kontakte herstellen. „In dem Rahmen, in dem wir planen, sind wir auf die Förderung angewiesen. Ohne sie könnten wir das nicht wuppen“, so Maiwald-Boehm. Bis zu 50.000 Euro stehen Ahrensburg in den nächsten zwei Jahren zur Verfügung, um ein Netzwerk unter den ehrenamtlichen Kräften in der Stadt aufzubauen.
Das Thema Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement gewinnt für Jürgen Eckert aktuell auch immer weiter an Bedeutung: „Durch die Menschen, die zu uns kommen, wird immer mehr Druck auf die vorhandenen Ressourcen ausgeübt und dadurch auch auf die Menschen, die schon hier sind und Hilfe benötigen“, so der Awo-Chef. Es müsse unbedingt ein Wettbewerb zwischen Flüchtlingen und deutschen sozial benachteiligten Menschen verhindert werden.Durch das Fördergeld soll ein festes Büro mit Sprechzeiten eingerichtet werden. In drei Jahren soll das Netzwerk auf eigenen Beinen stehen und ohne Förderung auskommen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige