Neue Stipendiatin

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Die Japanerin arbeite gern mit einem vergänglichen Stoff, dem Kohlestaub.Foto: Frauke Pöhlsen

Japanerin Naho Kawabe ein Jahr lang in Wassermühle

Von Frauke Pöhlsen
Trittau. Naho Kawabe hat sich in ihrem „Atelier für ein Jahr“ eingerichtet. Die vielseitige Künstlerin ist 1976 in Japan geboren, studierte in Tokio und absolvierte 2006 in Hamburg ihr Diplom. Dort hörte sie auch von tollen Möglichkeiten, die das Stipendium in Trittau bietet und bewarb sich.
Die Künstlerin wurde die 21. Stipendiatin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. Eine Jury wählte die Japanerin unter über 40 eingegangen Bewerbungen aus. „Naho Kawabes Kunstobjekte überzeugen vor allem wegen ihrer Originalität“, sagt Dr. Johannes Spallek, kultureller Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung. Die Künstlerin wohnt nun für ein Jahr mietfrei unter dem Dach der Wassermühle und arbeitet im anliegenden Atelierhaus.
Für ihre Kohlestaub-Arbeiten ließ sie den schwarzen, feinen Staub durch zarte Spitzengardinen rieseln und erzeugte auf diese Art einzigartige Kunstwerke, die jedoch nicht für die Ewigkeit bestimmt sind.
„Meine Arbeit entwickelt sich und wird durch Raum und Zeit stark beeinflusst“, sagt Naho Kawabe. „Mein Ziel in Trittau ist eine Videoinstallation, mit den Räumlichkeiten zu experimentieren, mich zu Neuem inspirieren lassen.“
Ausstellungen bieten ihr einen Dialog mit der eigenen Arbeit, nicht nur mit dem Publikum, meint die 36-Jährige. Vieles lässt sich weiter entwickeln oder wie Puzzlestücke zusammen fügen. Für die Videoinstallation „Help!“ ließ die Künstlerin bunte Kugeln an unsichtbaren Fäden von der Decke hängen, der durch Licht erzeugte Schatten warf das Wort „Help!“ an die Wand. „Mit nur einem Luftzug ist das Bild zerstört.
Im Atelier nebenan arbeitet die Künstlerin Yukari Kosakai. „Eine nette Überraschung“, lächelt Naho Kawabe, die sich über die Gespräche mit ihrer Landsmännin freut. Für September planen die Künstlerinnen im Atelierhaus eine kleine Ausstellung.
An der Wand im Atelier hängen bereits unzählige gelbe Merkzettel mit Ideen für weitere Arbeiten und Entwicklungen. Der Prozess bis zur Realisierung ist oft ein langer. „Raum und Ort werden mich inspirieren“, sagt Naho Kawabe. „Ich bin auch ganz gespannt, was kommt.“ (fp)
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