Neuer Ärger um geräumtes Lokal

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Für das Restaurant Südstrand sucht die Gemeinde nun einen neuen Pächter Fotos: fp

Felix Schickler, Ex-Pächter des Restaurants Südstrand in Großensee, wirft der Gemeinde Rechtsbruch vor

Von Frauke Pöhlen
Großensee
. Bereits im September war es zwischen der Gemeinde und der Südstrand GmbH zu einem Vergleich gekommen. Die Parteien einigten sich, den Vertrag über die Bewirtschaftung des Restaurants am Großensee zum 31. Oktober zu beenden. Damit hätten die Reibereien eigentlich ein Ende gefunden. Eigentlich.
Kurz vor Übergabe meldete sich Felix Schickler, Geschäftsführer der Südstrand GmbH, zu Wort und warf der Gemeinde Rechtsbruch vor. In einer Pressekonferenz im bereits leergeräumten Restaurant, verkündete Schickler, die Gemeinde handele „zwielichtig“. Großensee nutze das Baurecht aus, um den Großensee zum „Schleuderpreis“ zu bekommen.
Der See gehört der Hansestadt Hamburg, die ihn nun an den bisherigen Pächter, die Gemeinde Großensee, verkaufen möchte.
Schickler vermutet, dass Großensee ein wesentlich niedrigeres Gebot abgegeben hat, als Hamburg verlangt hat. Sie boten einen Kauf für 1,115 Millionen Euro an. Laut Schickler habe die Gemeinde einen Bebauungsplan aufgestellt, der der Gemeinde auch ein Vorkaufrecht einräume.
Jessica Preuße vertritt die Südstrand GmbH in dieser Angelegenheit. Mit einem Schreiben an Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers und die Gemeinde Trittau fordert die Rechtsanwältin Akteneinsicht inklusive aller aktuellen Bebauungspläne und Veränderungssperren.
„Überhaupt kein Problem“, sagt Karsten Lindemann-Eggers. „Selbstverständlich können die Unterlagen in der Verwaltung eingesehen werden.“ Ein Vorteilsrecht läge nicht vor und demzufolge habe die Südstrand GmbH auch keine rechtliche Handhabe, so der Bürgermeister weiter. Schickler verlangt außerdem Auskunft über bestehende Pachtverträge zwischen der Gemeinde und der Hansestadt. Denn angeblich sei der Pachtvertrag für den See schon 2013 ausgelaufen. Die Gemeinde habe verschwiegen, dass sie nicht mehr Pächter war.
„Die Gemeinde kann Gastronomie und Freibad nicht verpachten, solange die Angelegenheit mit dem See ungeklärt ist“, sagt Anwältin Jessica Preuße. Großensees Bürgermeister dazu: „Der Vertrag mit der Hansestadt verlängerte sich stillschweigend“.
Seit Vertragsbeginn im Mai 2011 hatte die Gemeinde mit der Bewirtschaftung durch die Südstrand GmbH immer wieder Probleme, die der Bürgermeister nun mit dem gerichtlichen Vergleich beendet glaubte. Was die Südstrand GmbH und ihr Geschäftsführer Felix Schickler mit diesem neuerlichen Vorwürfen tatsächlich bezweckt, blieb unklar.
Was den Verkauf des Sees betrifft, hat die Hansestadt noch nicht entschieden, ob sie überhaupt verkaufen will. Die Gemeinde sucht nun einen neuen Restaurantpächter. „Wir haben Lehrgeld bezahlt“, sagt Karsten Lindemann-Eggers.
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