Norderstedt: Wenn Strom ausfällt

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Joachim Seyfarth an der Stromversorgung des Rathauses. Bei Stromausfall kann mit Notstrom gearbeitet werden Foto: now

Stadt befragt Bürger zu Blackout

Die Stadtverwaltung möchte für einen Stromausfall gerüstet sein. Nun
werden 9.500 Haushalte in Norderstedt befragt, was sie in einem solchen Fall tun würden.

Joachim Seyferth, Amtsleiter Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, wird die Umfrage koordinieren. Seit dem letzten großen Stromausfall in Norderstedt 2010 in Glashütte will er für den Ernstfall gerüstet sein.
„Mit ein bis zwei Stunden kann jeder klarkommen, aber ein mehrtägiger Stromausfall - das ist unsere Achillesferse“, macht Seyferth klar. Kühlschränke, Heizungen, Kochen und auch Telefon: Alles funktioniert mit Strom. Auch Ampeln, die Kühlschränke in Apotheken, Sicherheitstüren in Altenheimen oder die Infrastruktur der Behörden steht bei Stromausfall still. „Nach ein paar Stunden ist keine Kommunikation mehr möglich. Das ist in der heutigen Welt das Schlimmste“, befürchtet Seifarth.Deshalb will er jetzt stichprobenartig Haushalte zu ihrer Vorsorge aber auch ihrer Einschätzung eines Stromausfalls befragen, um daraus Empfehlungen für alle Norderstedter zusammenzustellen. In dem Fragebogen will die Verwaltung wissen: Für wie viele Tage reichen Lebensmittelvorräte, gibt es Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio, Kerzen oder gasbetriebene Kochmöglichkeiten? Außerdem werden in der anonymen Befragung Hilfebedarf, Möglichkeiten zur Selbsthilfe, eigene Hilfsbereitschaft und die Erwartungen an Behörden und Stromanbieter abgefragt. Joachim Seyferth hofft auf möglichst hohe Beteiligung. Am 21. November sollen alle Befragten ihre Antworten zurück gesandt haben.

Das Problem Stromausfall beschreibt Seyfarth als nicht ganz unwahrscheinlich. Das europäische Netz arbeitet mit einer einheitlichen Frequenz von 50 Hertz. „Durch die regenerativen Energien können Ungleichmäßigkeiten entstehen. Und bei Schwankungen um zwei Herz kommt es zu Störungen“, erklärt er das Problem. So hatte 2006 die unangekündigte Abschaltung einer Leitung über einem Kanal in Norddeutschland zu Stromausfällen in Italien und Frankreich geführt.
„Wir wollen wissen, wie vorbereitet die Stadt Norderstedt ist“, so der Experte für Katastrophenschutz. „Viele machen sich keine Gedanken, was alles am Strom hängt. Wenn wir kurze Stromausfälle haben, merken es die meisten als erstes am Fernseher oder Internet. Was noch alles nicht mehr funktioniert, fällt erst später auf.“ (now)
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