Nur zwei blieben übrig

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Thomas Nüske (v.l.), Eike Keseler, Kathrin Nüske, Petra Wolff sind empört über den „Massenmord“ im Regenrückhaltebecken

Familie Nüske rettete Fische aus Becken

Durch Abpumpen des Rückhaltebeckens verendeten viele Fische in dem Gewässer am Glindfelder Weg. Eike Hinrichs sprach sogar von „Massenmord“: „Es gab keine Ankündigung zu dieser Aktion und es wurden keine Vereine hinzugezogen, die ein Interesse daran gehabt hätten die Tiere zu retten“, sagt er. „Warum muss das so heimlich und in einer Jahreszeit passieren, in welcher überall der Nachwuchs heranreift? Blesshühner haben dort gebrütet und sind jetzt ihrer Umgebung beraubt. Sind denn Fische keine schützenswerten Tiere?“
Am Freitag früh kam eine Gruppe Kommunalpolitiker und nahm das abgepumpte Rückhaltebecken in Augenschein. Einen Fisch fanden sie nicht mehr. Den Auftrag hatte die Stadt über ein Ingenieurbüro der Tiefbaufirma Davids erteilt. „Es sollten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass künftig anfallende Regenwasser des zweiten Teilabschnittes der innerörtlichen Verbindungsstraße im Westen Bargteheides, der von der Alten Landstraße bis zur Jersbeker Straße verläuft, aufgenommen werden kann“, erläuterte Bauamtsleiter Jürgen Engfer.
Bevor die Zufahrt zum Rückhaltebecken eingerichtet wurde, hatte sich die Tiefbaufirma, so Engfer, versichert, dass im umliegenden Bereich keine Brutplätze im hohen Gras vorhanden seien. Das bestreiten Anwohner, die täglich Beobachter der Arbeiten waren.
„Irgendwann war der Wasserstand des Regenrückhaltebeckens zur Vorbereitung der Entschlammungsarbeiten so niedrig, dass ein Abfischen der Fische durch die Firma unter Mithilfe eines Landwirtes durchgeführt werden konnte“, berichtete der Bauamtsleiter. „Die Fische wurden daraufhin in das danebenliegende weitere Regenrückhaltebecken gebracht, das mit ausreichend Wasser gefüllt ist. Trotz sorgfältiger Abfischung ist es nicht möglich alle Tiere einzufangen.“

Anwohner suchten nach lebenden Fischen

Anwohner wie Thomas und Kathrin Nüske, Petra Wolff und Eike Hinrichs suchten tagelang nach lebenden Fischen. Sie fanden keine, auch nicht im kleineren Teich nebenan. Die toten Tiere waren kurzfristig von Mitarbeitern der Tiefbaufirma entsorgt worden. Das Artenschutzgesetz greift hier nicht. Zwei Rotfedern hat Kathrin Nüske gerettet. Die beiden Fische schwimmen in einem kleinen Teich auf dem Grundstück der Familie. Das sind die letzten Überlebenden der Fisch-Katastrophe am Glindfelder Weg. (jae)
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