Öffentliche Beteiligung: Ideen sind gefragt

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Bürgermeister Helmut Drenkhahn von der Allgemeinen Wählergemeinschaft Hammoor machte den Vorschlag, nach nicht überplanbaren Korridoren Foto: Schlie

Ortsumgehung Hammoor braucht einen Kompromiss

Von Christina Schlie
Hammoor
Eine Straße spaltet einen Ort. Eigentlich sind sich die Hammoorer einig, jeder von ihnen wünscht sich seit Jahren, manche seit Jahrzehnten, eine Ortsumgehung. Nur ist die Frage, welche Trasse sollte es sein? Nördlich oder südlich um den Ort herum? Bei den Planungen spielen natürlich nicht nur die Wünsche der Bevölkerung, sondern auch Bewertungskriterien wie Verkehr, Wirtschaftlichkeit und Umwelt eine Rolle. Auch die Ausschreibungen von neuen Wohngebieten müssen bei zukünftigen Trassenführungen berücksichtigt werden. Nach dem Aus der Planungen im vergangenen Jahr sind mehr als 150 Menschen der Einladung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein sowie dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) zu einer ersten öffentlichen Beteiligung gefolgt. Ziel war es, die Anregungen, Sorgen und Wünsche der Bevölkerung frühzeitig zu hören, wenn es um eine erneute Planung für die Ortsumgehung Hammoor geht. Der Abend lief friedlich und größtenteils sachlich. Gleich zu Beginn schien die Stimmung allerdings für einen Moment zu kippen, als Britta Lüth vom LBV danach fragte, ob eine Ortsumgehung weiterhin mehrheitlich von der Bevölkerung gewünscht wird. Die Aussage von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, die Ortsumgehung Hammoor werde als einziges Neubauvorhaben einer Landesstraße in Schleswig-Holstein realisiert, habe weiterhin Bestand.

Streitpunkt über Verlauf


Lüth erläuterte, dass es für die Planung einer Ortsumgehung zwei Verfahrensmöglichkeiten gebe: Planfeststellung oder Bebauungsplan. Bei der Planfeststellung gehen die Planungen vom Land aus, bei einem Bebauungsplan von der Gemeinde. Dabei muss jedoch beim Kauf der Grundstücke Einigkeit herrschen. Einwürfe wie „die Gemeinde ist zerstritten oder die Gemeindevertreter sind nicht unbefangen“ wurden laut. „Die Umgehungstraße wird für dieses Dorf immer nur in einem Kompromiss entstehen. Doch nur im Konsens kommen Sie zum Erfolg“, waren die eindringlichen Worte von Britta Lüth an diesem Abend.
Die Zerstrittenheit im Dorf wurde auch an diesem Abend immer wieder deutlich. Landwirt Bernd Ruthke war sichtlich erregt als es sich zu Wort meldete. „60 Prozent der benötigten Fläche für die Nordtrasse gehören meiner Familie und mir. Was passiert, wenn wir Nein sagen? Werden wir dann enterbt?“, fragte Ruthke. Der von der Bürgerinitiative „Sichere Straßen Hammoor“ beauftragte Rechtsanwalt Ulf Hellmann-Sieg überreichte den Veranstaltern eine Liste an Eigentümern, die zum Verkauf bereit wären. Um in Zukunft konstruktiv und effizient zu arbeiten und am Ende zum Bau einer Umgehungsstraße zu kommen, hatte Britta Lüth zwei Vorschläge im Gepäck. Erstens: Die Gemeinde sollte aus den jeweiligen Interessengebieten Obleute benennen, die in enger Abstimmung mit dem LBV kommunizieren. Zweitens: Jeder Bürger bekam einen Übersichtsplan, auf dem Anfang und Ende der Ortsumgehung eingezeichnet waren. Die Trassenführung kann jeder selbst einzeichnen und benennen, was seiner Meinung nach dringend zu berücksichtigen ist. Lüth bat darum, die Vorschläge in den kommenden vier Wochen einzureichen.
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