Oldesloerin hilft in Flüchtlingslager

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So sieht es in dem tunesischen Flüchtlingslager Shousha mitten in der Wüste aus.Foto: hfr

Oldesloerin engagiert sich für Hilfsorganisation in Tunesien

Von Hans Eckart-Jaeger
Bad Oldesloe. Wieder einmal hat sie das Fernweh sie gepackt. Ihr Reiseziel heißt Tunesien. Margarete Lütke-Twenhöven aus Bad Oldesloe will sich aber nicht am Strand von Hammamet in der Sonne aalen.
Sie will noch einmal dort hin, wo sie seit Oktober 2011 für einige Monate gelebt hat: in einem Flüchtlingslager mitten in der Wüste an der Grenze zu Libyen.
„Bei 45 Grad im Schatten war es die Hölle“, sagt Margarete, die sich bei einer dänischen Hilfsorganisation engagiert.
Noch einmal will die 25 Jahre alte Studentin, deren Eltern in Husum wohnen, das Leid und die Not von mehr als 3000 Menschen aus vielen Nationen teilen, die im vergangenen Jahr wegen des Bürgerkrieges aus dem von Diktator Gaddafi arg gebeutelten Land geflüchtet waren. Jetzt warten sie darauf, dass sie mit Hilfe des Resettlementprogramms der Vereinten Nationen von anderen Ländern aufgenommen werden.
„Zurück nach Libyen können sie nicht“ sagt Margarete. „Dort werden sie sofort wieder verfolgt, weil die jetzige Regierung denkt, sie hätten früher als Ausländer für die Miliz von Gaddafi gearbeitet. In ihre Heimatländer können sie auch nicht zurück.“Einige Flüchtlinge haben Glück gehabt. Die USA nehmen 1200 auf, Deutschland seit 2012 jährlich 300.

Nicht nur in Tunesien hilft Margarete Lütke-Twenhöven Flüchtlingen. 200 Menschen hat sie bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen empfangen und zum Zwischenlager Friedland begleitet.
Acht von ihnen kamen nach Hamburg, sie leben jetzt in einer Wohnung in Hamburg-Veddel. „Das ist noch keine optimale Lösung“, sagt sie. Auch eine Gruppe in Berlin hat Margarete besucht. „Die durchweg farbigen Flüchtlinge haben auch dort Schlimmes erlebt“, erzählt sie. „In der S-Bahn setzte sich jeder weit weg, auf einem Bahnsteig wurden sie von Jugendlichen mit ‚Sieg Heil‘ angepöbelt.“ Sie will weiter helfen. Sie trampt nach Genua und fährt mit einem Schiff nach Tunis. Dort wohnt sie bei einer Freundin, arbeitet als Tischlerin und fährt dann mit dem Ersparten ins Flüchtlingslager. „Ich habe ein Zuhause“, sagt sie, „diese Menschen haben keins. Vielleicht kann ich daran etwas ändern.“ (jae)
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