Optimistisch in die Zukunft

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Das Schönau-Bad bleibt in diesem Jahr wegen der Bauarbeiten geschlossen Foto: aw
 
In und um Trittau wird viel gebaut. Wie an der K32 zwischen Trittau und Grönwohld Foto: aw

Freibad, Schule, Straßen: Trittau investiert auch 2016 – trotz Schulden

Von Andreas Willkomm
Trittau
Das Jahr 2016 hält für die Gemeinde Trittau eine Menge Aufgaben bereit, die zu bewältigen sind. Die Trittauer Politik und ihr Bürgermeister müssen sich mächtig strecken. Der Schuldenberg ist auf rund zehn Millionen Euro angewachsen. Doch statt eines Abbaus besteht 2016 durchaus die Möglichkeit, dass dieser Berg noch ansteigt: Viele Projekte stehen an oder sind in Planung. Für den Umbau des Freibades sind die Ausschreibungen abgeschlossen und die Bauarbeiten haben begonnen. Geöffnet wird das Bad aber in diesem Jahr nicht. Wie teuer das Ganze wird, darüber gibt es keine aktuellen Aussagen. Bisher muss von den ursprünglich veranschlagten 1,4 Millionen Euro ausgegangen werden.
An der Kreisstraße 32, zwischen Grönwohld und Trittau, wird gearbeitet. Ein erster Bauabschnitt in Richtung Grönwohld ist bereits wieder freigegeben, aber nur bis zur Otto-Hahn-Straße. Die zweite noch aktive Baustelle ist der Mühlenweg. Stark sanierungsbedürftig ist der Herrenruhmweg. Hier reduzieren viele die Geschwindigkeit ihrer Fahrzeuge von ganz allein, damit es nicht zu Beschädigungen kommt. Die sogenannte „Beule“ im Herrenruhmweg, am Kreisverteiler Rausdorfer Straße, ist somit auch noch aktiv und soll erst im Zuge der Herrenruhmweg-Sanierung entfernt werden. Dies geschieht aber erst 2017. In diesem Jahr werden Finkenweg und Lerchenstraße saniert. Die neue Kita soll noch 2016 in der Schillerstraße errichtet werden, die Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro – für drei Elementar- und drei Krippen-Gruppen. Der neue gemeinsame Bauhof der Gemeinden Trittau und Lütjensee ist in Arbeit, die Salzhalle steht schon in der Carl-Zeiss-Straße. Das Blaue Haus ist zu klein, ein zweites Gebäude muss her, doch die Gemeinden, die im Schulverband zusammengeschlossen sind, haben es abgelehnt, 1,1 Millionen Euro dafür in den Haushalt einzustellen. Zudem läuft die Sanierung der Mühlau-Grundschule. Lange Zeit waren der Brandschutz und die Schadstoffsanierung ein Thema, letzteres fand im laufenden Schulbetrieb statt. Nach heftiger Kritik, weil auch zementgebundene Asbest-Regenrohre entfernt werden sollen, wird nun nur noch von Brandschutzsanierung gesprochen. Noch im Januar soll es zu diesem hochgradig brisanten Thema einen Infoabend für die Eltern der betroffenen Grundschulkinder geben. Dieser soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

300.000 Euro für die Feuerwehr abgelehnt


Dringender Handlungsbedarf besteht weiter auch in Sachen Meierei und Schützenplatz. Markant möchte dort nicht mehr bauen, wenn Edeka Süllau auf dem Gelände der Meierei nebenan einen neuen Markt errichtet. Ein Stillstand, der den Menschen in der Gemeinde nicht hilft. Bis die beiden Parteien sich geeinigt haben, müssen Einwohner und Besucher wohl den Anblick der immer mehr verfallenden Industriebrachen ertragen. Auch der Freiwillige Feuerwehr Trittau stehen Ausgaben bevor. Gerade hat die Wehr ein neues Fahrzeug im Wert von rund 250.000 Euro erhalten, nun soll ein Löschfahrzeug defekt sein. Ein erster Antrag auf ein neues Fahrzeug und die erforderlichen 300.000 Euro wurde abgelehnt. Dem neuen Wehrführer Fabian Woggan werden gleich zu Beginn seiner Amtszeit schwierige Entscheidungen abgefordert, zumal auch das Feuerwehrgebäude saniert werden müsste. Erfreulichere Nachrichten gibt es von der Kirchengemeinde, denn in diesem Jahr kann endlich die neue Kirchenorgel geliefert und aufgestellt werden. Zwar fehlen noch etwa 40.000 Euro, doch sollte es mit dem Einnehmen von Spenden weiter so zügig und problemlos voran gehen, sollte das Geld schnell zusammenkommen. Ebenfalls kulturell erfreulich: Schauspieler Helmut Zierl ist weiterhin dabei, in seiner knappen Freizeit mit den Trittauer Laienschauspielern das Theaterstück „Frau Müller muss weg!“ einzustudieren. Leider verschiebt sich aufgrund seines und des ebenfalls gut gefüllten Terminkalenders der Laienspieler die Aufführung auf Mitte des Jahres. Die Einnahmen von dieser Aufführung werden im Übrigen gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt. Auch im Sport kann die Gemeinde Trittau stolze Erfolge vorweisen, zum Beispiel in der Badmintonsparte des TSV. Sie spielt nach wie vor in der ersten Badminton-Bundesliga und wird auch in der aktuellen Saison mit Sicherheit den Klassenerhalt schaffen. Doch Top-Sport braucht Geld und Sponsoren fehlen – auch die Gemeinde hat ihre Zuwendungen für 2016 gestrichen.

Von günstigen Zinsen nicht verleiten lassen


Auch das Thema der Flüchtlinge wird vorrangig die Gemeinde und das Amt Trittau im Jahr 2016 beschäftigen. Konnten 2015 die knapp 200 Flüchtlinge untergebracht werden, wird es in 2016 nicht einfacher werden. Das Amt Trittau hat, zuständig für die Flüchtlingsunterbringung, bereits weitere Gebäude und Areale aufgekauft und angemietet, was aber nicht ausreichend sein wird. Es wird ein hartes Stück Arbeit für Amtsvorsteher Ulrich Borngräber und für die Trittauer Verwaltung, die ja auch die Aufgaben der Amtsverwaltung übernimmt. Nach wie vor gibt es viel Engagement von Einzelpersonen und Vereinen, die Geld und Sachspenden sammeln, aber auch hier sind erste Rückgänge zu verzeichnen. Trittau steht sicherlich kein einfaches, sondern eher ein schwieriges Jahr 2016 bevor. Nachdenklich sollten da ein paar Sätze sein, die der scheidenden Stormarner Landrat Klaus Plöger im Rahmen des Hamfelder Gesprächs am 28. Dezember 2015 sprach: „Wir haben den Kreis schuldenfrei bekommen, weil wir uns alle und überparteilich genau überlegt haben, wofür wir Geld ausgeben und ob es Sinn macht. Wir haben uns nicht von den günstigen Zinsen verleiten lassen. Würden die Verantwortlichen in den Kommunen sich ebenfalls fragen, ob die eine oder andere Ausgabe Sinn macht, anstatt, wie viele Wählerstimmen sie bringt, dann wären viele Gemeinden ebenfalls schuldenfrei.“
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