Orgelpaten trafen sich beim Benefizkonzert

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Alle Orgelpaten versammeln sich unter dem Spendenbarometer, das aktuell bei 125000 Euro steht Foto: Maurer
 
Sigrid und Bruno Scharnberg mit ihren drei Enkeln, von oben nach unten aufgereiht wie die Orgelpfeifen: Rasmus (10), Anna (6) und Justus(4) Fotos: Maurer

Schon 12.500 Euro gesammelt. Mindestens 30.000 Euro werden aber noch benötigt

Trittau. Zum ersten Mal lud Kantorin Barbara Fischer zu einem großen Treffen aller Orgelpaten ein – und über 60 Unterstützer kamen in die Martin-Luther-Kirche. Bei einem Empfang mit kleinem Imbiss tauschte man sich aus und freute sich auf das anschließende Konzert mit dem norddeutschen Drehorgelorchester und Lesung mit dem früheren Bürgermeister Jochim Schoop. Und oft glichen sich die Geschichten, warum man mit dem symbolischen Kauf eines Tons die Anschaffung der neuen Orgel unterstützt: Viele der älteren Orgelpaten kauften die Patenschaften für ihre Kinder oder Enkelkinder. So wie Sigrid und Bruno Scharnberg, die fünf Patenschaften für ihre fünf Enkelkinder beisteuerten.

Die Motive der Paten

Drei von ihnen waren mitgekommen zur der Veranstaltung und freuten sich auf eine Übernachtung bei Oma und Opa nach dem Konzert. „Wir fanden die Idee toll. Und wenn sich die Kinder später mal über die ganze Welt verstreuen, bleibt ein Bezug zu Trittau“, so Sigrid Scharnberg. Auch Susanne Bohnenkamp hat Patenschaften für die ganze Familie gezeichnet: „Mein Sohn ist Kirchenmusiker und durfte früher hier auf der alten Orgel üben. Wir freuen uns alle auf die neue Orgel“.
Eine ganz andere Geschichte steckt hinter den Orgelpatenschaften von Erika Taschinski aus Hamburg und Bärbel Albrecht aus Trittau. „Wir haben uns schon in der Berufsschule kennengelernt und sind seitdem eng befreundet. Ich kommen regelmäßig zu Konzerten nach Trittau, und bei einem Benefizkonzert haben wir uns eine ‚strahlende Flöte’ als Besiegelung unserer Freundschaft geteilt. Seitdem begrüßen wir uns gegenseitig immer mit „Hallo, meine strahlende Flöte“, erzählen die beiden Frauen strahlend.
Wieder anders ist Joachim Feifar an die Sache herangegangen. Der 74-Jährige suchte sich ein Lied aus, das auf seiner Beerdigung gespielt werden soll „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und kaufte Töne des Liedes. Grete und Dieter Wagner zogen 1968 nach Trittau und gehören über 40 Jahre der Kantorei an. „Die Orgel hat uns lange begleitet, da war der Kauf dreier Patenschaften für unsere drei Kinder fast selbstverständlich“, so die Wagners. Ebenso ist es bei Anke und Asmus Bergemann fast ein Selbstgänger, denn sie ist im Kirchenvorstand und der Kreissynode aktiv, er gestaltet den Internetauftritt der Kirchengemeinde und hat zahlreiche Broschüren über Historisches rund um die Kirche erstellt. Auch die beiden kauften die Patenschaften für ihre Enkelkinder.
Ein ganz besonderes Engagement zeigten die Grundschüler der Klasse 4c der Mühlaugrundschule. Sie verkauften selbst gestaltete Postkarten, nahmen 215 Euro ein und kauften eine Patenschaft. Stellvertretend für die Klasse war Henrik Schwarz (10) mit seinen Eltern gekommen, die privat auch eine Patenschaft übernommen haben: „Wir wurden hier getauft und konfirmiert, haben in der Kirche geheiratet, das war für uns die Motivation“, sagt die Familie.

Über 200 Patenschaften

Der Orgelbauverein wurde 2010 gegründet. Inzwischen wurden über 200 Orgelpfeifenpatenschaften verkauft. Zudem wurden viel gespendet, auch kurz vor dem Konzert kam wieder ein größerer Geldbetrag an, sodass das Spendenbarometer aktuell bei 12.5000 Euro steht. „Noch 30.000 Euro, dann können wir die Orgel bestellen, denn sie hat drei Jahre Lieferzeit“, freute sich Kantorin Barbara Fischer. Sie würde sich freuen, wenn die Orgel spätestens im Lutherjahr 2017 in der Martin-Luther-Kirche geweiht werden könnte. (bm)
Infos: www.kirche-trittau.de und www.orgelbauverein-trittau.de, Spenden: Orgelbauverein Trittau e.V., Sparkasse Holstein, BLZ 213 522 40, Konto 179 016 902
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