Palliativstation in Großhansdorf eröffnet

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Die Zimmer in der neuen Station sind hell und freundlich eingerichtet Foto: wb

LungenClinic hat jetzt zehn spezielle Betten für Menschen, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden

Von Olaf Jenjahn
Großhansdorf
Mit einer Festveranstaltung wurde am Mittwoch die Palliativstation in der Großhansdorfer LungenClinic eröffnet. Dafür wurde die ehemalige Station 3 komplett entkernt und neugebaut. Jetzt ergänzen zehn Betten das Angebot der Klinik, die Patienten können noch besser und individueller betreut werden. „Heute ist ein guter Tag“, freute sich Prof. Dr. med Klaus F. Rabe, Medizinischer Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor der Klinik. Auf der Station werden künftig Menschen leben, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden. Sie erwartet eine aktivierende oder begleitend-therapeutische Pflege in einem modernen und behaglichen Ambiente. Den Patienten steht ein hochqualifiziertes Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Seelsorgern und Sozialdienstmitarbeitern zur Verfügung. „Natürlich wird hier auch gestorben – in Würde“, fasste der Klinikdirektor zusammen. „Die Patienten erwartet hier eine hohe Versorgungsqualität. Das ist für die Patienten sehr wichtig, denn es geht hier auch um Humanität“, stellte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks fest. Die LungenClinic wurde erst Ende des vergangenen Jahres in den Hamburger Krankenhausplan aufgenommen, der die Behandlungsmöglichkeiten verbessern soll. „Die Behandlung soll fachlich gut sein, die Patienten sollen sich in der Umgebung wohlfühlen und es sollten sich noch möglichst Ehrenamtliche engagieren“, führte die Senatorin aus. Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß lobte die LungenClinic für ihre Öffnung und führte die Küche an, die die Mensa des Schulzentrums seit kurzer Zeit mit Essen versorgt. „Das kommt an. Was die Klinik anpackt, gelingt“, sagte Voß, bevor er sehr persönliche und bewegende Worte für die Eröffnung der Palliativstation fand. Voß erinnerte sich an die Zeit zurück, als Menschen aus seinem engsten Umfeld mit schweren, unheilbaren Lungenkrankheiten zu kämpfen hatten. Prof. Dr. med. Friedemann Nauck, Direktor der Abteilung Palliativmedizin der Georg-August-Universität Göttingen, forderte, die Medizin am Lebensende besser in den Behandlungsauftrag zu integrieren. „Palliative Angebote bedeuten nicht, man stirbt sofort“, sagte der Mediziner. Er sei stolz darauf, dass es nun 312 Stationen dieser Art in Deutschland gäbe. Auch der Leiter der neuen Station, Dr. David F. Heigener, konnte seine Freude nicht verbergen und lud die rund 150 Gäste anschließend zur Besichtigung der „modernsten Palliativ-Station Deutschlands“ ein. Höhepunkt der rund zweistündigen Veranstaltung war der gemeinsame Segen für die neue Station unterschiedlichster Glaubensrichtungen. Sowohl die katholische als auch die evangelisch-lutherische Kirche und die albanische Moschee Hamburg sandten gute Gedanken an Patienten, Mitarbeiter und Angehörige. Als Gaben wurden entsprechend ein Regenbogen, eine Ikone, ein Engel und ein Koran an die Station übergeben.
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