Pfundskerl besuchte Trittau

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Ottfried Fischer beim komödiantischen Abend in der Wassermühle Fotos: cy
 
Marlies Witzel aus Grande: „Es ist einfach bewunderns-wert von Ottfried Fischer, dass er noch immer auf der Bühne steht und jedem zeigt, dass man nicht in tiefste Depression verfallen muss, wenn es einen so schwer erwischt. Und seinen Humor mag ich auch sehr gern.“ Foto: cy

Ottfried Fischer begeisterte mit Best-of-Programm in der Wassermühle

Von Cetin Yaman
Trittau
Anfang dieses Jahres musste sich der bayerische Kabarettist Ottfried – auch Otti – Fischer aus gesundheitlichen Gründen von der TV-Serie „Pater Braun“ verabschieden. Auf der Bühne agiert der beliebte Schauspieler aber noch weiter wie bisher.
Mit einem „Best-of-Programm“ ist Fischer derzeit auf Tour durch Norddeutschland unterwegs. Vergangenes Wochenende trat er in der Wassermühle auf. 100 Gäste waren gekommen, um Fischers Programm zu erleben.
Da der Bayer süddeutschen Dialekt sprach und dazu manchmal rasend schnell, brauchten viele Zuschauer im ersten Teil des Abends erstmal eine Aufwärmphase, um dem Erzählstil des 60-Jährigen folgen zu können.

„Man muss nicht jedes Wort verstehen, es reicht, wenn man das Ganze im Kopf
zusammenbringen kann“
Zuschauer Frank Müller


„Man muss nicht jedes Wort verstehen. Es reicht, wenn man das Ganze im Kopf
zusammenbringen kann“, sagte Zuschauer Frank Müller. „Ich habe mich trotzdem bestens unterhalten gefühlt“.
Das hohe Sprachtempo von Fischer stand im Gegensatz zum Namen des Programms. Mit dem Titel „Jetzt noch langsamer“ sollte mit einem Augenzwinkern auf Fischers Erkrankung verwiesen werden, an der der Schauspieler seit 2008 leidet: Parkinson.
Im Programm war davon wenig zu merken. „Das muss auch nicht sein“, sagte Fischer. „Es kommen trotzdem sehr viele Parkinson-Patienten zu meinen Abenden und sagen, dass sie es toll finden, wie offen ich damit umgehe.“ Wenn ihm etwas zum Thema einfiele, dann witzele er spontan darüber.
Mit einer Anspielung auf sein Gewicht hatte Fischer die Lacher des Publikums sicher. Kurz vor der Pause fragte er: „Wie wiegt man sich, wenn die Waage nicht mehr reicht?“

Fischer analysiert die Norddeutschen

Fischer gab auch seine Beobachtungen der Art und
Redeweisen der Norddeutschen zum Besten. So berichtete er, dass die Redewendung „Dafür nicht“ als eine Alternative zum Dankeschön ihm völlig unverständlich sei. „Dafür nicht“, monierte er. „Ja, wofür dann?“
Beachtlich war, dass der übergewichtige Fischer während seines ganzen Auftritts an einem Bistrotisch stand.
Die musikalische Begleitung übernahm Posaunist Leo Gmelch. Die Melodien mit ihrer extravaganten Phrasierung muteten hin und wieder seltsam an, erwiesen sich letztendlich als richtige Mischung. Denn auch der Humor von Otti Fischer ist keiner von der Stange. Otti hatte an diesem Abend viele intelligente (und schnelle) Anmerkungen, die nicht selten verzögert beim Zuhörer ankamen.
Der Künstler ließ zahlreiche Filmeinspielungen und Zitate aus seinem Buch „Das Leben ein Skandal“ in das Programm einfließen.
Ausblick auf ein Herzens-Projekt in der bayerischen Stadt Passau gab er auch. Der Künstler stammt aus Ornatsöd, im Landkreis Passau. In seinem Haus am Unteren Sand, zwischen Stadttheater und Café Aquarium, will Ottfried Fischer ein Hochwassermuseum, geleitet von Peter Syr, eröffnen.
2015 soll Eröffnung sein, heißt es von Seiten des Managements.
In der Dauerausstellung sollen Exponate von Bürgern ausgestellt werden. Damit soll an die Rekordflut im Juni 2013 erinnert werden.
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