Pläne gegen Chaos

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Bürgermeister und Einzelhändler an der Poststraße mit einem der dicken BrummisFoto: fp
 
Anna Garber und Angelika Voss, Geschäftsfrauen aus Trittau, beklagen Umsatzeinbußen, seit der Verkehr durch den Ortskern geleitet wird Foto: fp

Bau-Ausschuss tagt am 25. Juli wegen B 404-Sperrung

Von Frauke Pöhlsen
Trittau. Der Ortskern der Gemeinde wird derzeit von Staus geplagt. Vor allem am Freitag und am Wochenende verstopfen der Rückreiseverkehr oder Lkws die Kirchen- und Poststraße, die beide nur sechs Meter breit sind.

Bürgermeister beobachtet Kollision

Im Zuge der Baumaßnahmen auf der Bundesstraße 404 wird der Verkehr durch das Zentrum der Gemeinde umgeleitet, diese Maßnahme führt zu starken Problemen.
Auch Bürgermeister Walter Nussel konnte solche eine Verkehrssituation erleben: „Ich war mittelschwer entsetzt.“ Er beobachtete wie ein Lkw die schmale Straße nicht passieren konnte und einem entgegenkommenden Wohnmobil den Seitenspiegel abgefahren habe.
Die beiden Fahrer regelten das zwar relativ schnell, doch zwei Schwertransporter, die aus entgegengesetzten Richtungen kamen, konnten die Fahrzeuge nicht umfahren. „Der Verkehr staute sich kilometerweit.“

Umleitung teilen?

Nussel drängt nun auf eine schnelle Lösung. Am Donnerstag, 25. Juli, tagt der Bau- und Umweltausschuss. Anwesend sein werden auch Vertreter des Landesbetriebes Verkehr und die Polizei.
Jens Hoffmann (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses und Mitglied der GGT könne sich eine Teilung der Umleitungsstrecke vorstellen. „Eine Richtung wird über die Post- und Kirchenstraße und die Gegenrichtung über die Entlastungsstraße gelenkt“, sagt er. Eine reine Einbahnstraßenregelung strebt er nicht an.
Noch eine Sache bereitet Bürgermeister Nussel Sorge: Das Ende der Schulferien.
Ein weiteres Problem für die Verkehrssituation in Trittaus Ortskern folgt nach dem Ende der Sommerferien. Vor allem die Sicherheit der Schüler sieht der Bürgermeister in Gefahr.
„Wenn am 5. August die Schulbusse wieder fahren, müssen wir sehen, wie sich die Verkehrslage entwickelt“, sagt Bürgermeister Walter Nussel.

Lkws befahren Fußweg

Für die Schüler seien Rad- und Fußwege fertiggestellt. Fußgängerampeln seien ausreichend vorhanden. Allerdings weichen die Fahrzeuge durch die Enge der Straße oft auf den Fußweg aus. Für den Schwerlasttransport sind zwar weiträumige Umleitungsmöglichkeiten eingerichtet. Trotzdem halten sich nicht alle daran. Kommen sich zwei Lkw entgegen, muss nicht selten einer von beiden auf den Fußweg ausweichen. Um das zu verhindern, sind nun an vielen Stellen bereits gelbe Absperrbarken aufgestellt, die Fußgänger schützen und die Bordsteinkanten schonen sollen.
Auch wenn es die einfachste Lösung wäre: „Ein Durchfahrverbot für Lkw ist wohl nicht möglich“, sagt Bodo Lork, Mitglied der Geschäftsleutevereinigung GGT. Immerhin müssten Trittaus Geschäfte dennoch beliefert werden.

Umsatzeinbußen beim Einzelhandel

Ohnehin haben die Einzelhändler, die ihre Geschäfte an der Kirchen- und Poststraße betreiben im Moment mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen. Durch fehlende Parkmöglichkeiten weichen viele Kunden auf andere Gemeinden aus.
„Es kommen besonders am Wochenende immer weniger Kunden nach Trittau, um einzukaufen“, klagt Angelika Voss. Anne Garben kann bestätigen. „Bei uns im Papierhaus war am vergangen Wochenende so gut wie nichts los.“
Im Vergleich dazu freuen sich die Gastronomen über mehr Gäste. Zahlreiche Autofahrer, die im Stau stehen, machen in Trittau Halt, um sich zu erfrischen oder etwas zu essen.

Rechtzeitig informieren

Noch eine Möglichkeit sieht Bürgermeister Nussel, um Staus in Zukunft zu minimieren. Durch eine rechtzeitige Warnung vor der Teilsperrung der Bundesstraße B404 in den Verkehrsnachrichten könne er sich vorstellen, dass die Verkehrslage sich entspannt.
Besonders ärgerlich: Das Verkehrschaos kommt nicht von ungefähr. Der Landesbetrieb Verkehr führte im Vorwege der Bauarbeiten eine Verkehrsknotenprüfung durch. Grundlage für das Gutachten war jedoch eine einseitige Sperrung der B404. Eine Vollsperrung, wie vorgenommen, hätte einer Neuberechnung bedurft.
Bis zum 16. Oktober sollen die Bauarbeiten am Teilabschnitt der B404 beendet sein. (fp)
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