„Projekt soll Vorbild sein“

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Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck (l.) und Geschäftsführer Janosch Raymann bei der Eröffnung der Meierei Foto: fnf

Minister eröffnet Bio-Meierei. Verarbeitet wird nur Milch der Bauerngemeinschaft

Von Finn Fischer
Hamfelde
Der Marktanteil von Bio-Milch liegt in Deutschland im einstelligen Prozentbereich. Mit Subventionen aus EU- und Landesmitteln soll der Sektor in den kommenden Jahren wachsen. Wie die Gelder eingesetzt werden können, zeigt sich nun in Mühlenrade, wenige Kilometer von Hamfelde entfernt. Dort entstand auf dem Gelände des Hamfelder Hofs eine Bio-Meierei, in der die Milch von 27 Bio-Landwirten aus der Region verarbeitet wird. „Unsere politische Zielrichtung ist es, nicht zu sanktionieren, sondern ein Belohnungssystem herzustellen. Wir wollen mit Fördermitteln Anreize für die konventionellen Bauern im Land schaffen, auf die biologische Erzeugung von Milch umzustellen“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck bei der Eröffnung der Hof-Meierei. „Die Hof-Bauernmeierei ist ein Vorzeigeprojekt, wie die Fördergelder verwendet werden können.“

Mehr Biomilch absetzen


Mit 1,85 Millionen Euro wurde das Projekt von der EU und dem Land Schleswig-Holstein subventioniert. Insgesamt betrug das Investitionsvolumen rund elf Millionen Euro. Die Hamfelder Hof-Bauernmeierei verarbeitet auf 2.000 Quadratmetern Produktions- und Lagerfläche ausschließlich die Bioland-Milch ihrer Bauerngemeinschaft, die aus 27 Landwirten aus der Region besteht.
„Das Projekt soll ein Vorbild sein. Unser Ziel ist es, den Absatz von Bio-Milch zu erweitern. In der Bio-Meierei können wir auch kleine Mengen abfüllen. Unsere Frischmilch verlässt innerhalb von 24 Stunden nach Abfüllung unser Lager“, sagt Geschäftsführer Janosch Raymann. Der Neubau bot zudem die Chance, eine ausgefeilte, auf Nachhaltigkeit ausgelegte Anlage zu bauen. Sie nutzt Techniken, die wenig Energie und Chemie benötigen. So wird beispielsweise Sterilwasser mit UV-Licht, ohne den üblichen Einsatz von Chemikalien aufbereitet. Die Frischmilch gibt es jetzt in den Varianten homogenisiert, nicht homogenisiert, fettarm und als Vollmilch.

Meierei sucht Bauern


„Wir geben der Milch eine Identität und ein Gesicht. Viele Verbraucher können aufgrund ihres Standorts in der Stadt nicht direkt auf dem Bauernhof einkaufen“, sagt Johannes Tams, Biolandbauer aus Überzeugung. „Mit der steigenden Weltbevölkerung haben wir eine immer größere Verantwortung, wie wir mit unserem Lebensraum umgehen.“ Umso wichtiger sei daher eine starke Biolandwirtschaft. Tams: „Biomilch ist zwar auch gesünder. Aber in erster Linie sollten sich die die Verbraucher klar machen, dass die nachhaltige Produktion besser für die Umwelt ist.“ Minister Habeck appelliert an jeden Milch-Produzenten: „Wer einmal mit dem Gedanken gespielt hat, von konventionell auf Bio umzustellen – jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Die Bedingungen sind gut, Förderung und Zuschüsse hoch.“
Derzeit sucht die Bauerngemeinschaft nach weiteren Landwirten, die auf die Bio-Produktion umstellen und ihre Milch in der Meierei verarbeiten lassen wollen. Neben einer neuen Produktionsstätte sind mit der Bio-Meierei auch 17 neue Arbeitsplätze entstanden.
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