Protest gegen Mast

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Karin und Prof. Dr. Rudolf Fitz (v.l.), Jörn sowie Angelis Gehrmann und Dr. Bernd Grundmann Foto: wb

Hoisdorfer gründen Bürgerinitiative

Hoisdorf Seit knapp einem Jahr plant der Bauer Jörg Elbers den Aufbau einer Schweinemastanlage am Wastenfelder Redder. Der Landwirt will hier eine Mastanlage für 1.435 Tiere aufbauen, unter anderem weil sein Hof innerörtlich nicht mehr erweiterbar ist und um seinem Sohn Lutz eine Zukunftsperspektive zu geben.
Von Anfang an regte sich Protest: Eine Liste mit 900 Unterschriften gegen das Vorhaben wurde im September an Bürgermeister Dieter Schippmann überreicht. Dann wurde es ruhig um das Thema.
„Eine Nachfrage ergab, dass sich im Moment keiner darum kümmert“, berichtet Karin Fitz. Zurzeit wird zwischen Bauer und Gemeinde um die Zufahrt verhandelt, die aus Sicht von Bürgermeister Dieter Schippmann von Elbers bezahlt werden soll.
Für Karin Fitz und ihren Mann Prof. Dr. Robert Fitz, Angelis und Jörn Gehrmann sowie dem Tierarzt Dr. Bernd Grundmann war das der Anstoß dafür, die Bürgerinitiative (BI) „Keine-Schweinereien-in-Hoisdorf“ zu gründen. Unter dem Motto „Idylle statt Gülle“ wurde ein Flyer entworfen und verteilt. Die Beweggründe sind vielfältig: Grundsätzlich richten sich die Proteste gegen die Massentierhaltung. „Schon die große Koalition hat erkannt, dass die Behandlung der Schweine, zum Beispiel das Schwänze kappen und das Ausreißen der Zähne sowie die Haltung auf engem Raum, unzumutbar für die Tiere ist“, sagt Bernd Grundmann. Es sei abzusehen, dass derartige Anlagen zukünftig nicht mehr gebaut werden dürften. Durch den Einsatz von Antibiotika werde zudem die Entwicklung multiresistenter Keime begünstigt, was dazu führt, dass bei Krankheiten der Einsatz von Antibiotika nicht mehr hilft. Außerdem sei die Inlandsversorgung mit Schweinefleisch gesichert, dass zeigten die hohen Exportzahlen, argumentieren die Mitglieder der Bürgerinitiative. Konkret auf den Ort bezogen, befürchten die Mitglieder der Initiative, eine hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch die Düngung sowie eine erhebliche Geruchsbelästigung des Ortes, je nach Windrichtung.
„Wir haben uns bei Bürgerinitiativen in Köthel und Bad Dürrheim informiert, wo Mastanlagen durch engagierte Bürger verhindert werden konnten“, so Karin Fitz. Robert Fitz verweist darauf, dass Bauvorhaben verboten werden können, wenn sie öffentliche Belange und Umweltbeeinträchtigungen hervorrufen können. „Davon ist in diesem Fall sicher auszugehen“, betont Robert Fitz. In Hoisdorf steht allerdings die Mehrheit des Gemeinderats hinter den Bauplänen von Jörg Elbers.
Die Gegner wünschen sich eine ökologische Landwirtschaft, möglichst mit Hofladen. Bernd Grundmann vermutet: „Jörn Elbers hat der Gemeinde günstiges Bauland für das neue Feuerwehrhaus verkauft. Da will ihm dann niemand Schwierigkeiten machen.“ (bm)
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