Protest gegen rechte Demo

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Verstehen keinen Spaß, wenn es um Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geht: Walter Albrecht (Bündnis gegen Rechts), Bürgermeister Tassilo von Bary, Heiko Winckel-Rienhoff (DGB) und Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (v.l.) Foto: fnf

Bündnis gegen Rechts: „Wir rechnen mit 1.000 Gegendemonstranten“

Von Finn Fischer
Bad Oldesloe
Dem Kreis Stormarn steht am Wochenende eine der größten Demonstrationen seit Jahren bevor. Am Sonnabend wollen in der Kreisstadt Bad Oldesloe Rechte aufmarschieren. Wie viele kommen werden, ist unklar. Sicher scheint hingegen: Hunderte Gegendemonstranten werden sich den Rechtsextremen in den Weg stellen, für eine bunte Stadt und gegen Rassismus auf die Straße gehen. Zahlreiche Organisationen haben ihre Teilnahme angemeldet, darunter das Bündnis gegen Rechts und die Antifa. Walter Albrecht vom Bündnis gegen Rechts findet klare Worte: „Dem braunen Gesindel zeigen wir ganz klar die rote Karte und das mit einem friedlichen Protest.“ Mit mindestens 1.000 Gegendemonstranten rechnet der Bad Oldesloer – von konservativ bis ganz links. Die Parteien CDU, SPD, Grüne und Linke haben ihre Unterstützung zugesagt. Wie auch der VfL Oldesloe, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Antifa und viele weitere Vereine und Organisationen. „Das zeigt, dass die Bürger in unserer Stadt keinen Aufmarsch von Rechten wollen“, sagt Heiko Winckel-Rienhoff vom DGB Stormarn. Die Polizei wird mit hunderten Einsatzkräften vor Ort sein, um einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten. Über Details will sich Polizeisprecherin Sonja Kurz nicht äußern: „Die Polizei wird sich natürlich auf die Demonstration vorbereiten und entsprechend präsent sein.“ Die Route der rechten Demo ist noch immer nicht bekannt. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dazu nichts sagen“, sagt Anja Kühl, Leiterin des Fachbereichs Ordnung des Kreis Stormarn. Diese Haltung sorgt für Unmut bei der Stadtverwaltung. „Ich habe ein Schweigegebot bekommen und darf mich dazu nicht äußern“, ärgert sich Bürgermeister Tassilo von Bary. Andernfalls droht ein Disziplinarverfahren. Der Kreis argumentiert mit den Persönlichkeitsrechten des Anmelders. „Diese Vorgehensweise ist nicht förderlich für einen friedlichen Ablauf“, findet der Verwaltungschef. Die Bürger müssten sich auf die Demo einstellen können, indem sie die Route kennen. Auch Rainer Fehrmann hält das Vorgehen für problematisch: „Mir fehlt dafür jedes Verständnis. Wer eine Demo anmeldet, muss auch öffentlich auftreten.“ Sowohl der Bürgerworthalter als auch Tassilo von Bary werden an dem Gegenprotest teilnehmen „und Flagge zeigen.“ Während über die Route der Rechten noch spekuliert wird, haben die Gegendemonstranten um das „Bündnis gegen Rechts“ bereits einen Ablaufplan bekannt gegeben: Die Gegenaktivitäten beginnen am Sonnabend, 16. April, um 9 Uhr auf dem Parkplatz am Bahnhof (Mommsenstraße). Die Demoroute führt durch die Bergstraße, den Kreisverkehr, Kurpark- und Königstraße, anschließend in die Fußgängerzone. In der Bahnhofstraße soll es eine Zwischenkundgebung geben. Die Demo endet am Parkplatz Mommsenstraße. (fnf)
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