Protest gegen Schließung

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Heinz Schomann überreicht Oliver Mesch eine Liste mit 1.155 Unterschriften Foto: cy

Trittauer sammelt 1.155 Unterschriften, um Aus der AOK-Filiale zu verhindern

Von Cetin Yaman
Trittau Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wird die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) ihre Servicestelle an der Kirchenstraße zum Jahresende schließen. Heinz Schomann, Vermieter der Immobilie, in der sich die AOK-Filiale befindet, will mit einer Unterschriftensammlung die Schließung verhindern.
In den vergangenen neun Monaten hat er die Unterschriftenlisten in zahlreichen Läden ausgelegt. 1.155 Bürger haben unterschrieben. Sie fordern, zumindest ein Alternativangebot vor Ort haben. Ihm ginge es nicht um seine Interessen als Vermieter, betont Schomann. Das Angebot für Senioren stehe für ihn im Fokus.

Persönlicher Service
ist für Senioren wichtig

„Es wird heutzutage so viel von den neuen Online-Angeboten gesprochen und dass man jetzt eben alles im Internet machen würde“, sagt Schomann. „Das mag für junge Leute zutreffen, aber bei älteren Bürgern ist das noch lange nicht so, für sie ist das persönliche Gespräch sehr wichtig“, sagt er. Schließt die Servicestelle, müssen die Versicherten nach Ahrensburg oder Bad Oldesloe ausweichen. Bei Senioren, die nicht mehr gut zu Fuß sind und kein Auto besitzen, sei das aber nicht so einfach umzusetzen.
Vergangene Woche übergab Schomann Bürgermeister Oliver Mesch die Unterschriftenliste. Mesch ist bereit, die Aktion zu unterstützen. Auch er bedauert die Schließung.

Beratung vor Ort?

„Dadurch verliert der Standort Trittau an Bedeutung“, sagt Mesch. In der Gemeinde gebe es 3.000 Arbeitsplätze, von
denen viele Mitglieder der AOK sind. Seit dreißig Jahren existiert eine Servicestelle der AOK-Nordwest in der Gemeinde, bei der eine Person beschäftigt ist. Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung planen daher nun, der AOK Alternativ-Räumlichkeiten anzubieten. „So könnte vielleicht einmal die Woche eine Beratung stattfinden“, erklärt der Bürgermeister.
Ein Raum im Bürgerhaus
würde sich dazu eignen. Ein Schreiben mit dem Angebot
der Gemeinde sei bereits auf dem Weg.
Dass die Krankenkasse auf das Engagement der Trittauer reagiert und die Servicestelle beibehält ist unwahrscheinlich. Bereits seit zehn Jahren gebe es laut Medienberichten Pläne, die Filiale zu schließen.
Die Krankenkasse argumentiert, dass die meisten Serviceangebote online erledigt werden können. Eine persönliche Präsenz sei nicht zwingend nötig.
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