Protest gegen Windpark

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Stopp für den Windpark? Eine Bürgerinitiative bündelt alle Kräfte

Bürgerinitiative: 800 Meter Abstand zu Häusern zu gering

Von Finn Fischer
Bargteheide. Eigentlich will die Stadt mit der Errichtung eines Bürgerwindparks mit guten Beispiel voran gehen. Mit so viel Gegenwehr hätte aber wohl niemand gerechnet.
Gegen den geplanten Windpark am Glindfelder Weg regt sich erheblicher Widerstand. Vor zwei Wochen gründete sich die Bürgerinitiative „Gegenwind Bargteheide“. Anwohner sorgen sich, dass die Anlagen ein erhebliches gesundheitliches Risiko darstellen können. Noch während der Gründungsveranstaltung Mitte September traten viele besorgte Bürger der Initiative bei.
„Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Spontan haben sich dort 60 Besucher eingeschrieben“, sagt Alex Zonker von der Initiative und stellt klar: „Wir sind nicht absolut gegen Windenergie, aber gegen einen Windpark in direkter Nachbarschaft zu bebautem Gebiet.“
Die Anlage in Bargteheide soll sich nur 800 Meter entfernt von Wohnhäusern befinden. Das halten die Windpark-Gegner für viel zu wenig Abstand.
„In den USA und England müssen solche Anlagen 2500 bis 3000 Meter von Siedlungen entfernt sein“, weiß Dr. Henning Müller zum Hagen, Mitglied der Bürgerinitiative. In der Kritik stehen vor allem die von der Stadt eingeholten Gutachten.
„Die beziehen sich im wesentlichen auf eine Studie des Robert-Koch-Instituts von 2007. Infraschall war da noch kein Thema“, so Müllers Behauptung. Die Richtlinien in anderen Ländern seien auf Basis anderer Gutachten zustande gekommen, die den Infraschall als Gefahr sehen.
Auch in der Verwaltung läuft die Planung für den Windpark nicht ganz rund. So fungieren als Gründungskommandandisten der Bürgerwindpark GmbH & Co. KG mehrere Stadtverordnete, darunter auch Bürgermeister Dr. Henning Görtz. Wegen Befangenheit nahmen sie nicht an den Beratungen und Abstimmungen zur Sache teil. Zudem sind der Stadt Unkosten, etwa für die Gutachten, entstanden bevor ein Vertrag zustande gekommen ist. So hatten die Stadtvertreter im Grunde keine andere Wahl, als dem Vertrag zwischen Bürgerwindpark GmbH & Co.KG und Stadt zuzustimmen. Andererseits wären die bis dahin getätigten Investitionen verloren gewesen. Andreas Bäuerle (SPD): „Wir hätten uns hier im Nachhinein auch eine Bürgerbefragung vorstellen können. Aber das ist jetzt nicht mehr möglich. Jetzt müssen wir sehen, wie wir mit der Situation umgehen.“ Die Stadt sei allerdings auch im Sinne der Bürger in Vorleistung gegangen.
Gorch-Hannis La Baume (FDP): „Es handelt sich um eine private Gesellschaft. Ich möchte eigentlich nicht, dass der Vertrag zustande kommt.“ (fnf)
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