Radstation – aber welche?

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Am Ahrensburger Bahnhof könnte es bald eine Werkstatt für Räder geben. Die Stadt plant eine Radstation Foto: fnf
 
Jürgen Hentschke vom ADFC ist erfreut über die Pläne für eine Radstation Foto: fnf

Drei Varianten in Bahnhofsnähe im Bauausschuss zur Diskussion gestellt

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Immer mehr Einwohner pendeln mit dem Fahrrad zum Bahnhof oder den U-Bahnstationen, nicht zuletzt, weil Parkplätze für Autos rar sind. Doch auch Stellplätze für Räder, vor allem am Bahnhof, gibt es in der Schlossstadt kaum. Außerdem sind viele Radwege schlecht. Das bescherte Ahrensburg beim letzten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) einen Negativrekord.
Doch mit dem Bau eines neues Fahrradparkhauses am Bahnhof könnte die Stellplatznot beseitigt werden. Die Politik hat zudem ein Radwegekonzept verabschiedet. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte die SPD-Fraktion einen Antrag zur Errichtung eines Fahrradparkhauses gestellt, der positiv beschlossen wurde. Am heutigen Mittwochabend steht im Bauausschuss die Standortwahl zur Diskussion. Es gibt drei Möglichkeiten.

Radstation mit Anschluss an P+R


In der ersten Variante könnte das Fahrradparkhaus am Bahnhofsvorplatz zwischen Bahnhof und P+R-Anlage entstehen. Beate Skambath, Radverkehrsbeauftragte der Stadt, dazu: „Dann wäre der Bahnhof zu erreichen, ohne dass man über die Straße gehen muss“. Es wird davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Radfahrer den Bahnhof von der Innenstadtseite anfährt. Ein Indiz dafür: Bereits heute sind die Abstellanlagen bahnhofsseitig besser ausgelastet. Das Fahrradparkhaus würde einen Anschluss an die P+R-Anlage Alter Lokschuppen bekommen. Damit können die dortigen Fahrradabstellanlagen zusammen mit dem neuen Parkhaus zentral genutzt werden. Es ist mit einem Bauvolumen von 2,3 Millionen Euro die teuerste Variante, die die meisten Stellplätze (712) schaffen würde.

„In den letzten Jahren ist hier so gut wie nichts für den Fahrradverkehr getan worden“Jürgen Hentschke, ADFC

Die Alternative wäre die Grünfläche gegenüber des Bahnhofs. Die L-förmig angelegte Bebauung würde größtenteils hinter dem Parkhaus verschwinden. Die Kosten zur Erstellung des Gebäudes mit 460 Plätzen und einer Werkstatt mit Café würden sich auf etwa 1,7 Millionen Euro belaufen. Die dritte Variante wäre ein Fahrradparkhaus in der Ladestraße. Es wäre durch den Fußgängertunnel ebenfalls gut zu erreichen. Die Baufläche wäre für ein großes Radhaus ausreichend, die Umgebung müsste nicht überplant werden. Problematisch: Es könnten Konflikte hinsichtlich der Lärmbelastung auftreten, da das Grundstück im Übergang zum reinen Wohngebiet liegt. Diese Variante würde ebenfalls 1,7 Millionen Euro kosten, würde aber nur 392 Stellplätze schaffen.

Interessantes Provisorium


Radbeauftragte Skambath: „Alternativ zu einem Parkhaus könnte diese Fläche mit Asphalt befestigt und P+R-Plätze als Provisorium hergestellt werden.“ Zusätzlich besteht dann die Möglichkeit, Fahrradbügel aufzustellen und so weitere Fahrradstellplätze zu schaffen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte auf dieser Fläche ein Parkhaus errichtet werden.
Es dauert etwa zwei Jahre, bis ein Bebauungsplan aufgestellt wäre. Danach würde das Parkhaus gebaut werden. Das Projekt wäre an allen Standorten förderfähig. Im besten Fall müsste die Stadt nur 25 Prozent der Baukosten übernehmen.
Jürgen Hentschke vom ADFC Ahrensburg freut sich, dass es mit den Plänen für deine Radstation voran geht: „In den letzten Jahren ist hier so gut wie nichts für den Fahrradverkehr getan worden“, sagt er.
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