Raser vor Werkstätten

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Mitarbeiter beantragen Zebrastreifen beim Behindertenrat

Von Halina Schmidt
Ahrensburg. Im Sekundentakt fahren Autos vorbei. Schnell. Die Kurt-Fischer-Straße an dieser Stelle sicher zu überqueren, ist kaum möglich. Hier befinden sich die Stormarner Werkstätten, eine Einrichtung, in der Menschen mit Handicap arbeiten. Da diese Menschen einfach nicht so aufmerksam sind und schnell laufen, kommt es oft zu Beinaheunfällen.
Hartmut Freitag ist selbst ist zwar noch nichts passiert, das Überqueren der Straße macht ihm Angst. Er erinnert sich: „Ein Fußgänger wollte über die Straße und der Autofahrer hat ihn zu spät gesehen. Das Auto ist direkt vor dem Fußgänger mit quietschenden Reifen zum Stehen gekommen.“
Auch Frank Michelsen, Leiter der Einrichtung hält das Unfallrisiko vor der Einrichtung für problematisch. „Besonders schlimm ist es morgens und abends“, sagt er. Viele würden dann zur Arbeit ins angrenzende Gewerbegebiet Nord fahren oder von dort nach Hause. „Da wird die Straße zur Rennstrecke“, sagt Michelsen. Nun haben die Mitarbeiter der Stormarner Werkstätten am vergangenen Dienstag bei der Sitzung des Behindertenbeirats beantragt, an dieser Stelle einen Zebrastreifen einzurichten.
„Das zwingt die Leute zu mehr Disziplin“, sagt Michelsen. „Wir sind eine offene Werkstatt, und die Leute sollen die Möglichkeit haben, das Gelände unbeschadet zu verlassen.“
Etwa zehn Prozent der 300 Männer und Frauen, die in den Werkstätten arbeiten, nutzen den öffentlichen Nahverkehr und müssen die Straße regelmäßig überqueren. Einige von ihnen haben ein eingeschränktes Seh- und Hörvermögen oder sind gehbehindert. Michelsen habe schon 2007 das Gespräch mit der Stadt gesucht, habe aber nur als Antwort erhalten, dass dieses Verkehrsproblem zu wenig Menschen betreffe. „Da kann man nicht mit den üblichen Normen rangehen“, sagt Frank Michelsen. Zwar gebe es in einiger Entfernung am Ende der Kurt-Fischer-Straße eine Ampel, diese sei aber besonders für die Menschen, die in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt sind, zu weit entfernt.
Hermann Bomke, der ebenfalls in den Werkstätten arbeitet und Vorsitzender des Werkstattrates ist, hat schon häufig am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich es sein kann, an dieser Stelle die Straße überqueren zu wollen. Ob die Einrichtung eines Zebrastreifens ausreicht, um das Problem zu lösen, sieht er kritisch: „Es ist die Frage, ob die Leute auch anhalten.“
Andreas Zimmermann, Sprecher der Stadtverwaltung, erklärte vorab die weitere Verfahrensweise: „Der Behindertenbeirat hat dem Antrag zustimmt.“ Nun wird das Thema im Bau- und Planungsausschuss, der am Mittwoch, 17. April, stattfindet, beraten. Erst dann könne laut Zimmermann entschieden werden, ob die Errichtung eines Zebrastreifens an den Stormarner Werkstätten umgesetzt wird. (hs)
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