Rettungsschwimmer-Mangel

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Knut Harder, Vorsitzender der DLRG-Stormarn (v.l.) und Karsten Lindemann-Eggers, Bürgermeister von Großensee, sind auf der Suche nach einer Badaufsicht für das beliebte Naturbad Südstrand am Großensee. Foto: fp

Da es wochentags keine Badaufsicht gibt, droht dem Strandbad die Schließung

Von Frauke Pöhlsen
Großensee. Wie bereits im vergangenen Jahr hat das Naturbad Südstrand personelle Probleme. Wochentags gibt es niemanden, der die Badeaufsicht über das Strandbad übernimmt, das Platz für etwa 1000 Besucher bietet. Das Bad an heißen Tagen trotzdem geöffnet zu lassen, wäre zu risikioreich. Nur wenige Kilometer entfernt ist am Allermöher See kurz zuvor ein Mädchen ertrunken. Ein Rettungsschwimmer hätte dies womöglich verhindert. Und so heißt es auch im Strandbad: „Wenn um die Mittagszeit bereits 100 Badegäste im Freibad sind und mit mehr Gästen zu rechnen, müssen wir schließen“, sagt Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers. Laut Badesicherheitsverordnung des Landes Schleswig-Holstein muss ab 100 Badegästen das Eingangstor geschlossen werden, wenn keine Badeaufsicht vorhanden ist. An den Wochenenden überwachen täglich zwei Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) den Badebetrieb.
Momentan weist ein Schild „keine Badeaufsicht“ die noch wenigen Besucher darauf hin, dass die kleine Rettungsstation im Freibad unbesetzt ist. In den Ferien wird sich der Badebetrieb bei schönem Wetter schlagartig ändern und besonders Kinder und Jugendliche anziehen. Diese werden dann wohl vor verschlossener Freibadtür stehen. Es sei denn, es findet sich noch ein Bewerber.
„Leider gestaltet es sich als äußerst schwierig für einen kurzen Zeitraum jemanden für die Stelle zu finden. Die meisten suchen eine Anstellung für ein ganzes Jahr. Das können wir nicht bieten“, sagt Lindemann-Eggers.
Knut Harder, Vorsitzende der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Stormarn e.V. hat über den Bundesfreiwilligendienst zwei Stellen ausgeschrieben. „Leider bisher ebenso erfolglos wie die Unternehmungen der Gemeinde“, sagt Knut Harder, der selbst Wochenenddienst am Großensee übernimmt. „Ich könnte mir sogar vorstellen, Interessierte innerhalb einer Woche zum Rettungsschwimmer auszubilden. Eine Auffrischung in Erster Hilfe wäre ebenfalls kein Problem.“ Die Sommerferien nahen. „Bis dahin müssen wir eine Badeaufsicht gefunden haben“, sagt Lindemann-Eggers.
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