Schönaubad wird 40 Jahre alt

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Die Senioren im Alter von 65 bis 85 Jahren um Hans-Joachim von Hartz (3.v.r.) kommen täglich zum Frühsport ins Schwimmbad Repro: bm
 
Bei der Grundsteinlegung durch Bürgermeister Otto Hergenhahn vor 40 Jahren Repro: bm

Zeitzeugen erinnern sich

Von Birgit Maurer
Trittau
Es ist eine der meist diskutierten Einrichtungen in der Gemeinde. Vor wenigen Wochen haben Politik und Bürger entschieden, dass das defizitäre Schönaubad nicht geschlossen, sondern für 1,2 Millionen Euro modernisiert werden soll. Ein Großteil der Trittauer ist auch einverstanden, sich finanziell zu beteiligen.

Einige Schwimmer von Anfang an dabei


In diesem Jahr feiert das Freibad sein 40-jähriges Bestehen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1975 durch den damaligen Bürgermeister Otto Hergenhahn. Die Maurerkelle und der Hammer, die er benutzte, übergab Axel Schulz, damals Mitglied des „Fördervereins Schwimmbad Trittau“ und heute Vereinsvorsitzender des TSV Trittau, dem Archiv der Gemeinde und bat um die Pflege dieser Werkzeuge. Denn der Schmutz von ihnen stamme von der Grundsteinlegung, somit seien es „historische Werkzeuge“. Gemeinsam mit dem Zeitzeugen Hans-Joachim von Hartz und dem inzwischen verstorbenen Gerd Heinze hatte Schulz sich für den Bau des Bades eingesetzt.
„So ein schönes Bad in dieser fantastischen Lage ist gut für Trittau“, berichtet Hans-Joachim von Hartz, der seit seiner Jugend im Bad schwimmen geht. Heute als Rentner trifft man ihn dort fast täglich.
Mit den aktiven Senioren wurde auch schon auf so manche Goldene oder Diamantene Hochzeit am Schwimmbadrand mit einem Glas Sekt angestoßen – vom Schwimmmeister Peter Naujoks nur bei dieser Gruppe ausnahmsweise toleriert. Bis es zum Schwimmbadbau kam, gab es eine lange Vorgeschichte. 1969 wünschte sich die Hahnheide-Realschule, damals auch erst zwei Jahre alt, ein Lehrschwimmbecken. Daraus entstand die Idee, ein Schwimmbad für alle zu bauen.
Im Föderverein Schwimmbad Trittau wirkten bis zu 200 Leute mit, die Konzepte erarbeiteten und planten. Auch gespendet wurde reichlich. Politisch wurde der Beschluss für das Bad einstimmig gefasst.
Die Entscheidung für den Standort im Mühlautal fiel, weil man dort ein Naherholungsgebiet etablieren wollte, aber auch wegen der Nähe zur Meierei. Von dort erhielt das Bad erwärmtes Wasser, um die Temperatur im Schwimmbad konstant zu halten. Das sparte Kosten und half dem Umweltschutz.
Der erste Bauabschnitt kostete die Gemeinde 1,5 Millionen Mark, die komplett durch Eigenmittel der Gemeinde und ein Darlehen finanziert wurden.
Bürgermeister Hergenhahn mischte auch nachdenkliche Töne in seine Eröffnungsrede: „Mit dem Bau ist zwar ein Problem gelöst. Für die Zukunft aber werden die Probleme nicht aufhören, und zwar die finanziellen.“ Damit behielt er Recht, wie die aktuellen Diskussionen um die Finanzierbarkeit des Bades zeigen. Im Gründungsjahr zahlten Erwachsene 2 Mark Eintritt, Kinder 70 Pfennige.
Ein Jahr nach der Eröffnung wurde bereits erweitert: Das Springerbecken mit Turm und ein zweites Nichtschwimmerbecken, in den 80er-Jahren wieder zugeschüttet, heute Ballspielfeld, wurden gebaut und 1977 in Betrieb genommen.
Der Gedanke einer Traglufthalle wurde von Axel Schulz vor ein paar Jahren noch ein mal wieder aufgenommen. Doch die Idee scheiterte.
Eine Institution im Bad ist Schwimmmeister Peter Naujoks. Er arbeitet seit 1993 in Trittau und kennt viele seiner Gäste mit Namen. „Vorher war ich 14 Jahre im Kurbetrieb in Büsum. Hier ist alles viel persönlicher. Jeder kennt jeden, man kommt mit Alt und Jung ins Gespräch“. Gerne möchte er bis zu seiner Rente den Job weitermachen, freut sich daher über die Sanierung des Bades. Auch Ärger gibt es kaum: „Es ist ein Familienbad, natürlich gibt es mal jugendlichen Überschwang und dadurch kleine Unfälle, aber normalerweise ist es hier ruhig“, sagt der 58-Jährige.

Kinder müssen schwimmen lenen


Ebenfalls eine Institution sind Helga und Ferdinand Haupt, die seit über 35 Jahren als Trainer für die Schwimmsparte des TSV Trittau tätig sind. „Es ist wichtig, dass die Kinder schwimmen lernen. Manche können es noch nicht mal in der vierten Klasse“, so Helga Haupt. Axel Schulz erinnert sich gerne an Zeiten, als das Abbaden zum Saisonschluss noch richtig gefeiert wurde: „Einmal habe ich aus einem Schlauchboot aus der Mitte des Beckens heraus Bier und Brause ausgeschenkt. Und zur Eröffnung haben wir Stimmung mit einem Kostümschwimmen gemacht“.
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