Schutz für Asylsuchende

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Bruder Benedikt mit dem Leuchtturm des Nordens 2015 Foto: fnf

Benediktiner in Travenbrück erhalten den „Leuchtturm des Nordens 2015“

Von Finn Fischer
Travenbrück
Lange hatten Bruder Benedikt und seine Glaubensbrüder überlegt, ob das Kloster den Preis entgegen nehmen kann. „Wir machen das, was Christen so tun. Wir nehmen Menschen auf und helfen ihnen“, sagte der Mönch ganz selbstverständlich bei der Verleihung des „Leuchtturm des Nordens 2015“ im Haus St. Ansgar in Nütschau. Man habe sich schließlich auf die Annahme des Preises geeinigt, der alljährlich vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein vergeben wird. Gewürdigt wurde damit das große Engagement der Benediktiner in Travenbrück für von Abschiebung betroffene Flüchtlinge. Im Kloster Nütschau besteht die Hilfe im regelmäßigen Gewähren von Kirchenasyl. So haben die Mönche in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen vor der Abschiebung in ihr Herkunftsland oder in eines der Dublin-Vertragsstaaten bewahrt. Bruder Benedikt: „Ich bin sehr froh, dass dies von der Brüdergemeinschaft so mitgetragen wird. Wir möchten das auch weiterhin so tun.“ Innerhalb der vergangenen zwei Jahre haben 14 Menschen Kirchenasyl in Nütschau gesucht. In ihrer Laudatio berichtete Brigitta Oehmichen, Preisträgerin des Leuchtturms des Nordens 2014, aus einem Gespräch mit den Mönchen: „Es gab da einen afghanischen Jungen, der kam mitten in der Nacht, hat die Sprache nicht gesprochen und war erst kurz in Deutschland. In drei Wochen hat er sich wunderbar eingelebt und hält immer noch Kontakt“, erzählt die Lübeckerin. „Sie werden hier nicht nur aufgenommen, sondern auch in das Leben integriert.“

Konfession unwichtig


Für den katholischen Benediktiner-Orden in dem kleinen Ort nordwestlich von Bad Oldesloe spielt die konfessionelle Herkunft der Hilfesuchenden keine Rolle. Nur einer der Aufgenommenen war Christ, alle anderen muslimischen Glaubens. In allen Fällen konnte für die im Kloster Nütschau Untergekommenen eine Lösung gefunden werden und durften bleiben. Derzeit soll lediglich Asylsuchenden aus Syrien, Irak, Iran und Eritrea eine gute Bleibeperspektive zugebilligt werden. Alle anderen – und nicht nur die Menschen aus angeblich sicheren Herkunftsländern – haben mehr oder weniger das Nachsehen. Zum Beispiel die große Gruppe afghanischer Flüchtlinge. Martin Link, Geschäftsführer beim Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, erklärt, warum das Engagement, wie die des Klosters, so wichtig ist: „Jetzt werden Fälle von afghanischen Flüchtlingen bekannt, deren Asylgesuch als offensichtlich unbegründet abgelehnt wird. Gleichzeitig hat die Innenministerkonferenz am 6. Dezember erklärt, AfghanInnen trotz der dort zunehmend eskalierenden Gewalt regelmäßig abzuschieben. Die Betroffenen suchen verzweifelt nach Hilfe und einen möglichen Ausweg.“
In Schleswig-Holstein haben bis dato 60 Kirchengemeinden in vergleichbaren Fällen sogenanntes Kirchenasyl gegeben. Die aktuellen flüchtlingspolitischen Entscheidungen und neuen Rechtssetzungen lassen erwarten, dass ihr Engagement künftig in noch zahlreicheren Fällen nachgefragt werden wird.
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