Sie wollen endlich den Radweg

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Ex-Bürgermeisterin Karen Rinas (l.) zeigt Grünen-Landeschefin Ruth Kastner den möglichen Streckenverlauf eines Radweges Foto:cs

Grünen-Landeschefin vor Ort in Elmenhorst

Von Christina Schlie
Elmenhorst
Von Sülfeld mit dem Fahrrad Richtung Elmenhorst zu fahren ist gefährlich. Die Allee der Kreisstraße 110 ist schmal, regelmäßig kommt es zu Unfällen. Ein Radweg existiert nicht und die aktuelle Rechtsprechung verweist Radfahrer auf die Straße.
Für viele Kinder ist dies die tägliche Schulwegsituation. Zwar gehört Sülfeld zum Kreis Segeberg, aber viele Sülfelder schicken ihre Kinder nach Bargteheide zur Schule. Bereits seit 20 Jahren fordern Anwohner und Eltern auf der Strecke zwischen Scheidekate und der B 75 in Elmenhorst einen Radweg. Zwei Kilometer, für die sich keiner zuständig fühlt. Ruth Kastner, Landesvorsitzende der Grünen, war nun vor Ort, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, wie die Situation entschärft werden könnte. „Mein Vater war 1985 hier Bürgermeister und hat den ersten Antrag für einen Radweg an das Land gestellt“, erinnert sich Henning Fründ (SPD), Mitglied des Bau- und Finanzausschusses Elmenhorst. Das ist lange her und immer noch nichts ist passiert. Damals war die K 110 noch eine Landstraße und fiel somit in die Zuständigkeit des Landes. Vor Jahren ist sie eine Kreisstraße geworden, doch der Kreistag sagt „Nein“ zum Radweg.
„Erst ab 4.000 Fahrzeugen am Tag kann man einen Radweg fordern“, sagt Joachim Germer, Kreistagsabgeordneter der Grünen. Gezählt wurden nur 3.000. Diese sind den Anliegern aber schon jetzt zuviel. „Wenn ich mit dem Fahrrad auf der Straße unterwegs bin, werde ich angehupt und die Autofahrer zeigen mir einen Vogel“, sagt Karen Rinas, ehemalige Bürgermeisterin. Gewünscht wird auf der Strecke ein Radweg, der hinter dem Knick entlangführt, um die Bäume entlang der Alle zu erhalten. „Ein befestigter Weg würde 840.000 Euro kosten“, so Rinas. „Das Geld ist nicht da.“
Im Gespräch mit Ruth Kastner kam die Idee auf, die Aktivregion Alsterland mit ins Boot zu holen. Das gefährliche Straßenstück zwischen Scheidekate und B 75 gehört nämlich auch zum „Stormarnweg“, einem ausgeschriebenen Wanderweg zwischen Reinbek und Lübeck. Die Eigentümer der Grundstücke könnten sich einen Teilverkauf für den Ausbau eines Wanderwegs vorstellen, doch auch dafür fehlt der Gemeinde Geld. „Wanderwege gelten als Sonderwege und dürfen auch von Radfahrern genutzt werden“, erklärt Germer. Gäbe es EU-Mittel (um die Mitglieder der Aktivregion werben können) als Zuschuss wäre der Ausbau denkbar. Möglich wäre auch den ADFC, die Reitervereinigung und Wanderer als Unterstützer ins Boot zu holen.

Gefährlicher Bushalt


Gabriele Ahlers, Mutter von sechs Kindern aus Sülfeld, macht auf einen weiteren Gefahrenpunkt aufmerksam. Die größtenteils unbeleuchtete Bushaltestelle, an der täglich bis zu 40 Kinder auf ihren Schulbus warten, liegt ebenfalls an der Straße. „Schon mehrfach wurden hier Schüler angefahren, da die Verkehrssituation gerade in der Bring- und Holzeit sehr unübersichtlich ist“, sagt Gabriele Ahlers. Schuld daran sei, dass die Jungen und Mädchen an der Bushaltestelle quasi auf der Straße stehen. Ihr Anliegen ist es, die Buslinie 8114 um fünf Kilometer zu erweitern bis zu einer sicheren Haltestelle in Sülfeld. „Dort könnte der Bus wenden und es gäbe Parkmöglichkeiten für Fahrräder.“
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