SPD-Kandidat von Pein setzt sich durch

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Tobias von Pein (l.) gewann gegen Benjamin Freitag Foto: Bandemer

Im Wahlkreis Stormarn-Mitte schlägt der 31-Jährige seinen Kontrahenten Freitag

Von Stella Bandemer
Ahrensburg
Von einem Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Nominierung des Landtagskandidaten im Wahlkreis Stormarn-Mitte konnte am Freitagabend nicht die Rede sein. Betreibswirt Benjamin Freitag, 31, trat gegen den gleichaltrigen Groß- und Außenhandelskaufmann Tobias von Pein an. Freitag und von Pein, die zwei jungen Bewerber, wuchsen sogar beide in Lütjensee auf und kannten sich schon aus Schulzeiten. Auch politisch engagierten sie sich zusammen. 2005, als der Großenseer Nordstrand zu schließen drohte, setzten die damals 19-Jährigen ein Zeichen gegen eine Stacheldraht-Sperre. Elf Jahre später traten sie nun als Wahlkreiskandidaten gegeneinander an. Der Reinfelder Benjamin Freitag sieht seine politischen Schwerpunkte in den Bereichen Kinderbetreuung und Jugendpolitik. Besonders setze er sich zudem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für die Wirtschaft Stormarns ein. In der Kommunalpolitik engagiert sich Freitag bereits seit zwölf Jahren. Momentan ist er Geschäftsführer, Presse- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion. Bereits in der Fragerunde vor der Wahl des Kandidaten war die Stimmung geladen. Benjamin Freitags Aussage in seiner Bewerbung, dass es „in der SPD nur noch Kandidaten gäbe, die über keine Berufserfahrung verfügen“, sorgte für Ärger. Freitag stellte daraufhin klar, dass er sich gewollt kritisch gegenüber der eigenen Partei geäußert habe. Viele Politiker würden ihr Leben nur noch auf die politische Karriere auslegen. Freitag ginge es darum, dass „Theorie und Praxis“ enger verbunden werden. Seine eigene berufliche Karriere bei der Arbeitsagentur und vor allem der Wechsel in die freie Wirtschaft, habe ihm gezeigt, wie die Realität aussehe. Von Peins thematisierte Arbeit und Wirtschaft. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion stehe vor allem ein für die Wichtigkeit von Chancengleichheit durch berufliche Bildung. Zudem betonte er, dass ihm die Probleme der Stormarner ernst seien und es ihm persönlich viel bedeute, auf die Menschen zuzugehen. Der Ahrensburger ist bereits seit 2012 Mitglied des schleswig-holsteinischen Landesparlaments für Stormarn-Mitte. Er wolle die SPD nicht nur als Abgeordneter in Kiel, sondern auch direkt vor Ort vertreten. Er setze sich ein für eine kritisch-solidarische SPD und betonte, dass es wichtig sei, sich über die eigene Partei auch mal kritisch zu äußern. Von den 67 Stimmberechtigten stimmten am Ende 60 für die Nominierung von Tobias von Pein als Kandidaten. Sechs stimmten für Benjamin Freitag. Es gab eine Enthaltung. Pein freute sich über die erneute Kandidatur und kündigte den Beginn des Wahlkampfes an. Denn am 7. Mai 2017 wählt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag.
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