Stadtentwicklung: Bargteheider wollen mitgestalten

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Das Interesse der Bevölkerung ist groß. Während einer Ausschusssitzung gab es zahlreiche Nachfragen aus dem Publikum Foto: Schlie
 
Dr. Bernd Burandt, Geschäftsführer der Firma Lairm Consult, präsentierte das Schallgutachten Foto: Schlie

Bebauungspläne für An den Stücken, Rathausstraße und Voßkuhlenweg beunruhigen Bevölkerung. Bürgerfragestunde gut besucht

Von Christina Schlie
Bargteheide
Das Thema innerstädtische Bebauung geht in die nächste Runde. Mit den Gebieten An den Stücken östlich der Bahn, der rückwärtigen Bebauung der Rathausstraße sowie dem Voßkuhlenweg standen drei heikle Bebauungspläne auf der Tagesordnung des Ausschusses für Planung und Verkehr. Schon die Vielzahl der Wortmeldungen in der Bürgerfragestunde verdeutlichte, wie groß das Interesse seitens der Bevölkerung ist. Das Thema innerstädtische Bebauung bringt viel Unruhe in die Bevölkerung, brachte es eine besorgte Bürgerin auf den Punkt. Beifall aus den Zuschauerreihen unterstrich die Bedeutung ihrer Worte. Der Wunsch nach einem umfassenden Stadtentwicklungskonzept – die Verkehrsentwicklung der kommenden Jahre im Blick – wurde mehrfach lautstark gefordert. „Sonst verbauen wir uns die Chance auf eine vernünftige Stadtentwicklung“, sagte Angelika Schildmeier, Vorsitzende des Ortsvorstandes der Grünen. Die drei B-Pläne befinden sich in unterschiedlichen Bearbeitungsstadien. Für das Gebiet An den Stücken und Bachstraße sieht der mögliche Bebauungsplan eine Parkpalette sowie drei mehrgeschossige Wohnhäuser vor. Gutachter präsentieren die Ergebnisse der schalltechnischen Untersuchung sowie das Artenschutzgutachten für diesen Bereich. Ergebnis: Beide Gutachten lassen eine Bebauung An den Stücken unter besonderen Auflagen zu. „Der Schienenlärm erreicht in diesem Bereich gesundheitsgefährdende Werte“, sagt Dr. Bernd Burandt, Geschäftsführer der Firma Lairm Consult, die die schalltechnische Untersuchung durchgeführt hat. Nur mit erheblichen Emissionsschutzmaßnahmen (Doppelverglasung, Laubengänge) sei eine Bebauung dort möglich. Der Verkehrslärm sei laut Burandt in der Straße An den Stücken mit aktuell 650 Fahrzeugen pro Tag unerheblich. Die Artenschutzprüfung ergab jedoch, dass bevor dort gebaut werden kann, weitreichende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Die dort lebenden Krähen und Fledermäuse fallen unter den Artenschutz. „Nur wenn frühzeitig ein adäquater Ersatzstandort gefunden wird, wo die Tiere auch langfristig geduldet werden, hat der Antrag auf Baumfällung eine Chance“, sagt Dr. Stefan Greuner-Pönicke, beratender Diplom Biologe.

Offene Fragen klären


Natürlich besteht das Risiko, dass die Tiere bei dem Plan nicht mitspielen. „Bis es zu einem öffentlichen Auslegebeschluss kommt, müssen wir die offenen Fragen klären“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Bei all diesen Auflagen und Maßnahmen sei generell zu klären, ob sich dieser Bereich als Wohngebiet eignet, gab Norbert Muras (WfB) zu bedenken. Auch der zweite Bebauungsplan „rückwärtige Rathausstraße“ warf erneut Fragen auf. Der B-Plan sieht auf zehn Grundstücken – alle in privater Hand – mehrgeschossige Bebauung vor. Was fehlt ist die konkrete Vorgabe von Parkplätzen. Thomas Fischer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, plädierte für die Festsetzung von Tiefgaragenplätzen. Stadtplaner Waldemar Bargmann sprach sich dagegen aus. Der Bau von zehn einzelnen Tiefgaragen sei nicht wirtschaftlich, eine Gemeinschaftsgarage bei verschiedenen Bauherren zu kompliziert. Auch hier muss die Verwaltung erneut ihre Hausaufgaben machen und nach möglichen Lösungsvorschlägen suchen. Um die Parkplatzsituation ging es dann auch im dritten B-Plan Voßkuhlenweg. Hier sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Pro Wohneinheit hat die Verwaltung nun die Festsetzung von 1,5 Parkplätzen beschlossen, 54 davon in einer Tiefgarage, sechs oberirdisch. Der geänderte Bebauungsplan liegt seit dem 27. September im Rathaus aus. Die nächste Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr findet am 13. Oktober statt. „Dann werden wir wohl ins Stadthaus umziehen“, sagt der Ausschussvorsitzende Claus Christian Claussen (CDU) mit Blick auf die starke Bürgerbeteiligung. Bis dahin hat die Verwaltung einige Fragen zu beantworten. Bürger, die eine Stellungnahme zu den jeweiligen B-Plänen einreichen wollen, können dies schon vor der öffentlichen Auslegung machen. Alle Einwände werden berücksichtigt.
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