Stormarn: Bei Pilzexkursionen Wald-Wissen lernen

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Stolz trägt die dreijährige Marni den großen Lerchenpilz nach Hause Foto: blu
Von Claudia Blume

„Da, schaut mal den riesigen Steinpilz“, ruft Tina Mehlhop, sammelt das Prachtstück ein und hält ihn erwartungsvoll Monika Weber hin. „Reib’ mal mit einem feuchten Finger an der Kappenunterseite und lecke ihn ab“, fordert die Natur- und Landschaftsführerin.

„Igitt, bitter“, ist die Reaktion. „Was wie ein Steinpilz aussieht, ist ein ungenießbarer Gallenröhrling“, erklärt die Pilzexpertin. Einige Teilnehmer der Pilzlehrwanderung nicken wissend, die anderen staunen und probieren zur Sicherheit auch. Wichtiges Wissen und den richtigen Umgang mit der Natur, das ist, was die 69-Jährige vermitteln möchte. Im Herbst ist sie bis zum ersten Frosteinbruch mit Gruppen ab sechs Personen in den Wäldern um Kaltenkirchen, Norderstedt und Tangstedt unterwegs. Eingangs gibt es bei ihren Expeditionen Anschauungsunterricht in Sachen heimische Speisepilze, deren giftige Doppelgänger, Unterscheidungsmerkmale und Anfängerregeln - und dann geht’s in den Wald. Eine große Ansammlung an Lerchenröhrlingen schürt Begeisterung bei den 16 Teilnehmern an diesem Sonnabend. Die schönsten und größten Exemplare wandern in die mitgebrachten Körbe. Boviste, krause Glucke, Hexenröhrling, Parasol – in Schleswig-Holstein sind über 5.000 Pilzarten beheimatet. Darunter auch kuriose. Einige Täublinge riechen stark nach Fisch; Hexenröhrlinge verfärben sich beim Anschneiden blau. Der winzige, lila-farbene Lacktrichterling macht zwar nicht satt, aber einiges als herbstliche Deko auf Pilzgerichten her. Und aus dem großen Birkenpohrling kann man exklusives Papier schöpfen. Monika Weber weiß so einiges über die Waldbewohner. Als ausgebildeter „PilzCoach“ der Deutschen Gesellschaft für Mykologie bringt sie auch Kindern und Jugendlichen ab dem Kindergartenalter die grandiose Welt der Pilze näher. Auch die dreijährige Marni hat viel Spaß bei der Pilzsuche und schaut immer wieder die Vergleichsbilder in ihrem kleinen Büchlein an.

„Sie ist gerne in der Natur, sammelt Eicheln und Kastanien und nun auch Pilze“, erklärt Mutter Melanie Thiele, die ihr rudimentäres Wissen durch die Pilzlehrwanderung ergänzen möchte. „Bisher habe ich nur Steinpilze und Maronen gesammelt, andere Kandidaten mitzunehmen, habe ich mich nicht getraut“, gesteht Angelika Jacobsen aus Quickborn. Zu groß ist die Verwechslungsgefahr. Ein vermeintlicher Champignon kann sich als gefährlicher Knollenblätterpilz herausstellen. Und den isst man nur ein Mal. „Weiße Pilze immer stehen lassen“, rät deshalb Monika Weber, „und immer nur sammeln, was Sie genau kennen.“

Am kommenden Donnerstag, 23. Oktober, findet die nächste geführte Pilzlehrwanderung statt. Anmeldung sind bei Monika Weber unter t 04191/956 179 oder 0174/473 16 17 möglich.
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