Stormarn ist noch ein weißer Fleck

Anzeige
Der KiAP-Vorstand: (v.l.) Heike Landherr, Gabriele Koop, Günter Koop, Marlis Peters, André Peters, Andreas Rohde Foto: wb

Regionalgruppe für Pflegeeltern gesucht

Von Olaf Jenjahn
Sandesneben
25 Jahre besteht der Landesverband für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien Schleswig-Holstein (KiAP SH) in diesem Jahr. Doch noch immer gibt es einige so genannte „weiße Flecken“ auf der Landkarte. Während in Lübeck oder im Herzogtum-Lauenburg regionale Gruppen existieren, ist der Kreis Stormarn noch ohne eigenständige Interessenvertretung.
„Natürlich stehen wir mit unserem Wissen jederzeit hilfreich zur Seite“, sagt Marlis Peters aus Sandesneben, die die Kreisgruppe des KiAP Herzogtum-Lauenburg e.V. leitet. Oftmals beschränkt sich der Kontakt zur Kreisgruppe auf die Krisenhilfe. Über eine weitere Mitarbeit in der Vereinigung wird nicht nachgedacht.
Dass sich die Stormarner schwer tun mit der Gründung einer eigenen Regionalgruppe, kann Marlis Peters sehr gut nachvollziehen. „Wir haben fast fünf Jahre gebraucht, um uns als Verein zu gründen, der Verwaltungsakt, in diesem Zuge die Gemeinnützigkeit zu erhalten, hat auch noch einmal ein dreiviertel Jahr gedauert“, erzählt die Mutter von zwei Kindern, die zusätzlich noch zwei Pflegekinder in ihrer Familie aufgenommen hat. Eine Bürokratie, die den Frauen und Männern, die sich für ein Pflegekind entscheiden, das Leben unnötig schwer macht.
Mit der Anerkennung als gemeinnütziger Verein hat sich die Arbeit für Marlis Peters und ihre Mitstreiter deutlich verbessert. „Wir können nun wesentlich einfacher Gelder für Vorträge oder Workshops akquirieren, die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien ist nun einfacher. Wir werden mittlerweile mit unseren Sorgen und Nöten erhört und ernst genommen“, sagt die Pflegemutter.
Die KiAP-Kreisgruppe bietet Pflegefamilien die Möglichkeit, sich regelmäßig auszutauschen. „Wir beraten natürlich auch bei Problemen mit dem Kind oder bieten eine Krisenhilfe an“, sagt Marlis Peters. Ebenso gehören die Hilfe im Umgang mit den Behörden, die Fortbildung oder die Unterstützung bei wichtigen Phasen des Pflegekindes, wie zum Beispiel beim Übergang von der Kita in die Schule dazu. „Die Entwicklung des Pflegekindes ist abhängig davon, wie es sich innerhalb der Familie entfalten kann“, sagt Marlis Peters, die potenziellen Pflegeeltern Mut zuspricht: „Natürlich ist die Belastung im Alltag sehr hoch und viele Familien sind desillusioniert, weil die Ansprüche der Ämter steigen, die Leistungen aber sinken. Und dennoch ist dies eine sehr schöne Aufgabe. In der Gemeinschaft können wir sehr viel bewegen“.
Kontakt: Marlis Peters
t 04542/837914 oder Mail: mpeters@kiap-herzogtum-lauenburg.de. Weitere Informationen unter www.kiap-herzogtum-lauenburg.de. Zu einem Fachtag zum Thema „Das Fetale Alkoholsyndrom“ lädt die KiAP-Kreisgruppe am 2. Juli, von 10 bis 14 Uhr in den Festsaal des Rathauses Schwarzenbek ein. Referent ist Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr vom FASD-Zentrum Berlin. Anmeldungen bei c.hoenemann@kreis-rz.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige