Stormarner Kulturpreis

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Kulturpreisgewinnerin Lucia Schoop in ihrem Atelier. Das Arbeiten an der Druckpresse erfordert Präzision. Nicht immer glückt gleich der erste Versuch. Fotos: cs

Erste Gewinnerin Lucia Schoop kommt aus Bargteheide

Von Christina Schlie

Bargteheide. „Ich bin überrascht, erfreut und fühle mich sehr geehrt“, sagt Lucia Schoop. Sie hat als erste Künstlerin den Stormarner Kulturpreis gewonnen. Die Bargteheiderin konnte mit ihren Arbeiten zum Thema „Heimat Stormarn“ die Jury begeistern.
Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss des Kreistags hatte im Frühjahr auf Anregung von Kreiskulturreferentin Dr. Friedericke Daugelat die Einführung eines Stormarner Kulturpreises beschlossen. Ziel ist es, durch den mit 3000 Euro dotierten Preis, ein Zeichen der Anerkennung und Bestätigung für die Kulturschaffenden im Kreis zu setzen.
„Rund dreißig Bewerbungen sind bei mir eingegangen“, berichtet Kreiskulturreferentin Daugelat. Preisträgerin Lucia Schoop hat sich mit dem Flüchtlingsstrom, der nach dem zweiten Weltkrieg nach Stormarn kam, auseinandergesetzt. Dabei umfasst das umfangreiche Konzept der 63-Jährigen verschiedene Arbeitsschritte: Alte Familienfotos, die zu Holzschnitten werden sowie Landkarten von Flüchtlingsgebieten die sie in große Bodenobjekte geformt in Gestalt des alten Kinderspiels „Himmel und Hölle“ umgesetzt hat.
„Heimat kann eben beides sein“, findet Schoop. Ein letzter Arbeitsschritt beschäftigte sich mit früheren Adressen von Stormarner Bürgern, die heute durch Vertreibung oder neue Grenzsetzungen nicht mehr existieren. Die Bargteheiderin Lucia Schoop hat als erste den Stormarner Kulturpreis gewonnen. Prämiert wurde ihre Arbeit mit dem Thema „Heimat Stormarn“.
Dabei geht es um Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Stormarn kamen. Einer der Arbeitsschritte sind Adressen von Stormarnern, die heute nicht mehr existieren. „Die Briefe werden zurückkommen in die neue Heimat, nach Stormarn“, sagt Lucia Schoop. Heimat, das Suchen und Finden von Identität ist für Lucia Schoop ein Thema, das sich in vielen ihren Arbeiten wiederfindet.
Die Jury, bestehend aus namhaften Kultur-Experten aus ganz Schleswig-Holstein, würdigte ihre Arbeit, die „inhaltliche Tiefe und den ungewöhnlichen Zugang“ mit dem 1. Preis. Ihr Konzept mit seiner hohen künstlerischen Qualität aus Holzschnitten, Faltobjekten und Briefen, das sich mit der Flüchtlingsbewegung nach dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzt, überzeugte die Jury am Ende.
Die Siegerarbeit von Lucia Schoop wird zusammen mit anderen Preisträgern am Mittwoch, 14. November im Schloss Reinbek gezeigt.
Lucia Schoop lebt seit 1973 in Bargteheide und engagiert sich im Kunstkreis sowie in der Stormarner Künstlerinitiative. In Ahrenshoop und Rostock hat sie zwei Galerien, in denen sie ihre Werke regelmäßig ausstellt.
Ihre Arbeitsstätte hat Lucia Schoop im Atelierhaus an der Trittauer Wassermühle. Nachdem sie mit dem Stormarner Kulturpreis ausgezeichnet wurde wurde der Bargteheiderin auch hier ihr Atelierstipendium für weitere drei Jahre verlängert, beides erfolgte sogar am selben Tagn. „Ein Glückstag“, sagt die kreative Künstlerin. (cs)
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