Streit um Gemeindehaus

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Das Gemeindehaus neben derJohanneskirche steht schon lange leer Foto: fnf

Verein St. Johannes will Flüchtlinge aufnehmen. Kirche für Verkauf

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Lange Zeit stand die St. Johannes Kirche unter keinem guten Stern. Das Haus sollte geschlossen werden. Nach Protesten und Verhandlungen zwischen Kirchengemeinde und Förderverein im April 2014 die frohe Botschaft: Die Kirche bleibt. Zeit, nach gut einem Jahr eine Zwischenbilanz zu ziehen. Im Förderkreis sind derzeit etwa 250 Mitbürger aktiv. Damit konnten die Ehrenamtler den Unterstützerkreis innerhalb eines Jahres sogar noch vergrößern.

Verein organisiert 100 Termine pro Jahr


„Eine Gruppe stellt ein umfangreiches Kulturprogramm mit mehr als 100 Veranstaltungen im Jahr auf die Beine“, erklärt Sprecher Klaus Tuch. Auch dadurch könne der Verein den Betrieb finanzieren Die Konzerte seien regelmäßig gut besucht. Es kommen meist über 100 Gäste. „Wenn bekanntere Musiker kommen, ist es sogar voll“, berichtet Monika Robinson, die sich ebenfalls im Verein engagiert. Die vergangenen zwölf Monate haben gezeigt: Das Gemeindeleben um die St. Johannes Kirche ist nicht tot. Es ist lebendiger denn je.

Finanzmittel reichen für zwei weitere Jahre


Doch das Verhältnis zwischen den beiden Parteien im Kirchenstreit ist weiterhin angespannt bis kühl: Der Kirchengemeinde ist der Förderverein weiterhin ein Dorn im Auge, glaubt Klaus Tuch. „Uns ist offen gesagt worden, dass sich solche Initiativen erledigen. Man will es also aussitzen. Wir drehen das gerne um. Wir möchten auch, dass wir nicht ewig notwendig sein werden.“
Der Förderverein erklärte sich vor etwa einem Jahr bereit, die laufenden Kosten für den Betrieb der Kirche zu stemmen. „Wir haben viele Unterstützer und einige davon sind nicht einmal in der Gemeinde“, sagt der Vorsitzende Hans Peter Hansen. „Es sind Menschen, die hier einmal getraut oder konfirmiert wurden. Eben jene, die etwas mit der Kirche verbindet.“
Die Mitglieder im Förderverein hoffen, dass sie irgendwann nicht mehr gebraucht werden. Doch nach der derzeitigen Lage zu urteilen dürfte das wohl noch etwas dauern. Für die Freunde von St. Joahnnes steht fest: „Wir geben nicht auf“, verspricht Hansen. „Unsere Finanzmittel reichen schon jetzt für weitere zwei Jahre.“ Doch es gibt noch ein grundlegendes Problem: das Gemeindehaus. Geht es nach der Kirchengemeinde, soll das leerstehende Gebäude so schnell wie möglich verkauft werden.

„Wir würden das Gemeindehaus gerne wieder mit Leben füllen“ Klaus Tuch

„Wir würden das Gemeindehaus gerne wieder mit Leben füllen“, sagt Klaus Tuch. Der zweite Vorsitzende des Fördervereins hat auch schon eine konkrete Idee: „Wir finden, dass es momentan für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden sollte. Räume werden benötigt. Davor kann man nicht die Augen verschließen, vor allem nicht die Kirche.“
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