Trittau nutzt blaues Licht gegen Wildunfälle

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Eckhard Wiggers beim Anbringen eines Reflektors an der B404 Foto: Jenjahn

Entlang der vielbefahrenen B404 werden Wildwarnreflektoren angebracht

Von Olaf Jenjahn
Trittau
Eckhard Wiggers vom Gemeinschaftlichen Jagdbezirk (GJB) Trittau bahnt sich an der vielbefahrenen B404 den Weg durch das Gebüsch. Mit Akkubohrer und Wildwarnreflektor ausgestattet, sucht er einen entsprechenden Leitpfosten, an dem der Reflektor angebracht werden kann. Einige wenige Handgriffe und schon ist der blaue „Abschrecker“ befestigt. Das Prinzip ist einfach: Das Licht der Auto-Scheinwerfer wird nachts von den halbrunden Reflektoren in das Revier reflektiert. „Die Farbe blau kommt in der Natur nicht vor. Bei rotem oder gelbem Licht reagieren die Tiere nicht, bei blauem Licht schon. Sie nehmen diese Farbe als Gefahr wahr“, erklärt der passionierte Jäger. Die Reflektoren sollen das Wild in der dunklen Jahreszeit von der Straße abhalten und somit die Verkehrssicherheit erhöhen. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hat festgestellt, dass in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Wildunfälle um ein Viertel zurückgegangen ist. Neben dem Bejagen des Rehwildes an Unfallschwerpunkten ist dies auch ein Verdienst der Wildwarnreflektoren, die Straße für Straße angebracht wurden. „Wir können noch keine Angaben machen, da wir erst in diesem Jahr mit der Anbringung der Reflektoren begonnen haben“, sagt Eckhard Wiggers. In den vergangenen vier Jahren gab es im GJB Trittau durchschnittlich 20 Wildunfälle pro Jahr, Wiggers erwartet einen Rückgang. „Dennoch sollte allen Fahrzeugführern klar sein, dass trotz der Reflektoren achtsam gefahren werden sollte. Denn vor allem in der Paarungszeit und bei Beunruhigungen reagieren die Tiere besonders schreckhaft “. Das GJB Trittau ist rund 830 Hektar groß und besitzt mit sechs Kreis- und Landstraßen sowie der B404 gleich sieben Straßen, die in den Verantwortungsbereich fallen. „Für ein Gebiet dieser Größe sind das eine Menge Kilometer“, findet Wiggers. Auf mehr als zehn Kilometern werden beidseitig 350 Reflektoren angebracht. „Die Kosten von knapp 1.700 Euro trägt der Jagdpächter, Zuschüsse gibt es keine“, sagt Wiggers. Das Anbringen der Reflektoren ist keine Pflicht, doch für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und das Wohl der Tiere nahezu unerlässlich. Um die Reflektoren an den Leitpfosten anbringen zu dürfen, muss der Landesbetrieb Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) seine Erlaubnis erteilen, was in der Regel problemlos geschieht. Kommt es doch einmal zu einem Unfall mit einem Wild, sollte unverzüglich die Polizei gerufen werden. Sie informiert dann die verantwortlichen Jäger.
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