U1 fährt nicht mehr

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In Ahrensburg West wird unter anderem der Bahnsteig erhöht und ein neuer Aufzug installiert Foto: wb
 
In Ahrensburg West wird unter anderem der Bahnsteig erhöht und ein neuer Aufzug installiert Foto: wb

Bahn fällt mehr als drei Monate wegen umfangreicher Arbeiten aus

Von Olaf Jenjahn

AHRENSBURG. Fahrgäste, die die Linie U1 zwischen Großhansdorf und Hamburg nutzen, müssen vom 2. Juli an mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. Grund dafür sind weitreichende Bauarbeiten, die der Betreiber der Strecke, die Hamburger Hochbahn AG, in Auftrag gegeben hat. Auf den Bahnhöfen Ahrensburg West, Ahrensburg Ost und Schmalenbeck wird Barrierefreiheit für die Nutzer geschaffen, zudem stehen eine Brückenerneuerung und Gleisbauarbeiten an.

Während die Arbeiten in Schmalenbeck seit Ende April laufen, wird an beiden Ahrensburger Haltepunkten erst jetzt begonnen. In Ost starteten die Vorarbeiten am Montag, in West geht es am kommenden Montag los. Ernst wird es ab 2. Juli, wenn die Strecke bis zum 20. Oktober gesperrt wird. In dieser Zeit ist ein Ersatzverkehr eingerichtet. Für täglich bis zu 10.000 Reisende aus Stormarn verlängert sich die Reisezeit um bis zu 20 Minuten.

Wichtigstes Kriterium im Rahmen der Arbeiten an den Bahnhöfen ist die Schaffung der Barrierefreiheit. So werden Aufzüge und die dazugehörigen Zuwegungen eingebaut sowie Blindenleitsysteme installiert. „Individuelle lokale Gegebenheiten wie eine schwere Zugänglichkeit durch die Haltestellenanlage, Gebäude mit vielen Treppen und Arbeiten in der Böschung erfordern für jede Haltestelle eine eigene Lösung“, sagt Jens-Günter Lang, Vorstand für Technik bei der Hochbahn. Weil die drei Stormarner Bahnhöfe auch als Kulturdenkmäler klassifiziert sind, sind diese Arbeiten besonders aufwendig. „Die beiden Bahnhöfe haben eine außerordentliche Bedeutung für unsere Stadt. Die Barrierefreiheit spielt nicht nur für Menschen mit Behinderung eine wichtige Rolle, sondern auch für junge Familien“, sagte Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach.

Hinzu kommen Streckenarbeiten zwischen Volksdorf und Großhansdorf. So wird die Brücke am Waldreiterweg repariert. Das wird spektakulär geschehen. Die Brücke wird Mitte Juli komplett herausgehoben, in einem Betrieb in Dessau (Sachsen-Anhalt) repariert und später wieder eingesetzt.

Das Projekt ist eines der aufwendigsten seit Jahrzehnten für die Hochbahn und erforderte eine erfolgreiche Kommunikation auf vielen Ebenen. „Diese Arbeiten so zu takten, das ist schon ein Meilenstein der Kommunikation, weil im Baubereich eigentlich nicht üblich“, meinte Jens-Günter Lang. Die Betriebsunterbrechung über diesen langen Zeitraum sei im Sinne der Maßnahme, führte der Technik-Vorstand weiter aus und versprach, den Freigabetermin definitiv zu halten. „Das war eine ausgezeichnete Vorbereitung. In den Einwohnerversammlungen wurde über diese Maßnahmen viel diskutiert“, so Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß.

Die Hochbahn führt im Zuge der Arbeiten weitere Maßnahmen auf der Strecke (in Ohlstedt, Buckhorn und Buchenkamp) durch. Insgesamt werden dabei 26,4 Millionen Euro investiert. Sowohl der Kreis Stormarn, als auch die Gemeinde Großhansdorf und die Stadt Ahrensburg steuern nicht unerhebliche Summen für die Maßnahmen bei. Der Kreis zahlt gut 800.000 Euro, Großhansdorf und Ahrensburg rund 1,2 Millionen Euro.
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