Unbegründete Sorge

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Christiane Hinsch (l.) und Maria Lefevre sind oft im Hainholz unterwegs und entsetzt über den Zustand des Waldes Foto: Maurer

Wald zwischen Lütjensee und Hoisdorf ist im Gleichgewicht

Von Birgit Maurer
Lütjensee
Wer im Hainholz spazieren geht, dem fallen die vielen Holzstapel auf, die am Wegesrand lagern. Auch Christiane Hinsch und Maria Lefevre sind hier öfter unterwegs und deshalb entsetzt von der Zerstörung, wie sie es nennen: „Wir meinen, dass hier viel zu viel Holz geschlagen wurde. Teilweise liegt es schon über ein Jahr im Wald, wie ein Birkenstapel am Hauptweg. Und der Harvester hat den Waldboden völlig zerstört, der braucht Jahrzehnte, um sich zu erholen“, bemängeln die Frauen die Vorgehensweise. Dicke Furchen zeugen in den Nebenwegen am Hauptweg von der Arbeit des Fahrzeugs und viele Holz- und Geäststapel lassen den Wald sehr unaufgeräumt wirken. „Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. Hier kommen Fußgänger, Kinderwagen und Reiter nicht mehr sicher durch“, bemängeln die beiden Hoisdorferinnen. „Wollen wir so mit unserem Wald umgehen?“Die Frauen berichten von anderen, schonenden Möglichkeiten der Forstwirtschaft, wie sie im Harz und im Schwarzwald ausprobiert werden und verweisen auf einen Spiegel-Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohllleben. „Waldwirtschaft geht auch anders. Es kommt uns hier besonders radikal vor“, sagt Christiane Hinsch. Der zuständige Förster Andreas Körber versteht die ganze Aufregung allerdings nicht so recht: „Das sind ganz normale Maßnahmen, die durch den milden Winter verzögert wurden. Wir schlagen Holz ‚auf Vertrag‘, nichts bleibt ungenutzt“, erklärt er. Wenn „unbeliebtere“ Hölzer geschlagen werden müssen, um Platz für andere zu machen, geht dieses Holz, wie beispielsweise der beanstandete Birkenstapel, in die energetische Verwertung in Biomassekraftwerke. Der normale Ablauf sei, im Herbst zu schlagen und bei Frost abzutransportieren. Nur Frost gab es in diesem Winter sehr wenig, so dass der Harvester mehr Furchen hinterließ und sich auch einmal festgefahren hatte. „Aber es sind keine neuen Wege dadurch entstanden. Im Gegenteil, nach der FSC und PEFC Zertifizierung sind wir gehalten, bestimmte dauerhaft markierte Rückegassen immer wieder zu benutzen, um den Wald zu schonen. Die fallen diesmal eben nur mehr auf, weil der Boden so aufgeweicht war“, erläutert Körber. Und er verweist auf regelmäßige Kontrollen. 200 Hektar groß ist das Hainholz. Zehn Prozent der Fläche sind im Sinne der schonenden Waldwirtschaft stillgelegt. Hier werden nur Sicherungsarbeiten durchgeführt. Fällt hier ein Baum um, muss er liegen gelassen werden, um im Wald zu verrotten. Die anderen 90 Prozent sind ein Wirtschaftswald. „Wir arbeiten nicht gegen, sondern mit der Natur“, betont Körber. Schon in der Woche nach Pfingsten sind weitere Aufräumarbeiten und Abtransporte geplant. Die Wege werden dann auch wieder für die Spaziergänger hergestellt.
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