Unterkünfte für Asylbewerber gesucht

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Der Fachdienstleiter für soziale Hilfen, Uwe Paul, ist für die Unterbringung der Asylbewerber zuständig Foto: Maurer

Das Amt Trittau muss 29 Plätze bereithalten. Zuzug aus Iran und Afghanistan

Trittau. Die Zahl der Asylbewerber steigt wieder an. Deshalb suchen das Amt Trittau und die Gemeinde jetzt verstärkt nach Unterbringungsmöglichkeiten. Häuser und Wohnungen müssen angemietet werden. Gut wären flexibel nutzbare Räume für Einzelpersonen, Paare und Familien.

Unterkünfte geschlossen

Die Zahl der Aussiedler und Asylbewerber ist bis zum Jahr 2008 stetig gesunken, sodass man frühere Unterkünfte aufgeben hat. Jetzt steigt besonders die Zahl der Asylbewerber wieder an, die nach einer bestimmten Quote über die Bundesländer und von dort über die Kreise verteilt werden. Aktuell muss das Amt Trittau 29 Plätze bereit halten, es fehlen zurzeit drei Plätze. Quartiere gibt es aktuell in Trittau, Grönwohld und Großensee.
Vorwiegend aus dem Iran und Afghanistan kommen die Menschen und wie lange die Bearbeitung eines Asylantrags dauert, ist schwer vorauszusagen. „Wir haben jemanden, der war nur zwei Monate bei uns, ein anderer wartet schon 17 Jahre“, sagt Uwe Paul, Fachdienstleiter für soziale Hilfen. Identitätsprüfungen und Pass-
angelegenheiten. Die Lage ist für die Menschen schwierig, die keine Integrationsmaßnahmen wie Sprachunterricht bekommen und nicht arbeiten dürfen, solange sie nicht anerkannt sind, aber auch für die Gemeinden, die oft kurzfristig Zuweisungen bekommen: „Zehn Tage vor der Umquartierung bekommen wir Bescheid aus der Zentrale in Neumünster, dann müssen wir einen Platz finden, notfalls in einer Pension“, so Bürgermeister Walter Nussel.
Erstattet bekommt die Gemeinde vom Kreis eine Pauschale, sodass teure Pensionszimmer keine Dauerlösung sind. Auch einen Leerstand muss die Gemeinde selbst bezahlen. Gerne würden Amtsvorsteher Uwe Tillmann-Mumm und Bürgermeister Walter Nussel für zwei bis fünf Jahre Wohnraum anmieten.

Bedarf steigt

Bis Ende des Jahres rechnet Uwe Paul noch mit einem steigenden Bedarf. Einen Grund sieht Bürgermeister Nussel darin, dass das Bundesverfassungsgericht die jahrelang nicht an die Inflation angepassten Sozialleistungen angehoben habe, sodass viele Flüchtlinge nach Deutschland strebten. Einem Alleinstehenden stehen gegenwärtig 310 Euro pro Monat zu. (bm)
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