Verabschiedung in den Ruhestand

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Die Lehrkräfte kamen in der vergangenen Woche in die Carl-Orff-Schule, um ihre Entlassungsurkunde entgegen zu nehmen und den Beginn eines neuen Lebensabschnittes zu feiern.Foto: cs

Reisen auch außerhalb der Ferien und endlich ohne Wecker aufstehen

Bargteheide. „Sie sind das, was die Qualität an unseren Schulen ausmacht“, mit diesen eingehenden Worten würdigte Schulrätin Karin Thomas im Rahmen einer Feierstunde an der Carl-Orff-Schule die Arbeit von 30 Lehrern aus dem Kreis Stormarn, die mit Beginn der Sommerferien in den Ruhestand gehen.
Auch für Ulrike Schröder und
Regina von Horn von der Carl-Orff-Schule geht damit ihre Ära an der Grundschule zu Ende. 40 Jahre waren sie im Dienst für die Bildung der Kinder. „Ich bin immer gerne Lehrerin gewesen“, betont die 63-jährige Ulrike Schröder, „auch wenn die Anforderungen im Laufe der Zeit immer mehr gestiegen sind“.
Das weiß auch Kirsten Blohm-Leu vom Schulamt und wies in ihrer Rede darauf hin, dass der Lehrerberuf schon lange „kein Job zum Zurücklehnen“ mehr sei.
„Oft wird an den Lehrerberuf ein maßlos überzogener Anspruch gestellt. Erziehung und Bildung sind zunehmend schwierige Aufgaben“, sagt sie. „Wir Lehrer stehen oft im Mittelpunkt der Kritik“. Umso wichtiger sei es, dem geleisteten Engagement der 30 Ruheständler großen Respekt und Dank entgegen zu bringen.
Mit dem Abschied von Ulrike Schröder und Regina von Horn zieht auch Veränderung in die Carl-Orff-Schule ein. Gemeinsam hatte das Lehrer-Duo in den vergangenen acht Jahren immer wieder in einer Klasse gearbeitet. „Wir waren gut aufeinander eingespielt und haben uns bewährt“, bestätigen beide. Schröder immer als Klassenlehrerin (Fächer Deutsch, Englisch, HSU und Kunst), von Horn unterrichtete Mathematik und Kunst.
Sicherlich werden sie auch in Zukunft in Kontakt bleiben, wohnen doch beide in Bargteheide, und „da läuft man sich ja häufiger mal über den Weg“. Was genau sich hinter dem Ruhestand verbirgt, ist für die unternehmungslustigen Frauen noch unklar. „Ich denke, es braucht ein Jahr, um die Veränderung zu begreifen“, so Schröder. Jetzt wollen beide erst einmal die freie Zeit genießen, viel lesen, reisen, auch mal außerhalb der Ferien, Hamburg und sein kulturelles Angebot neu entdecken und ihren Hobbys nachgehen.
„Und endlich ohne Wecker aufstehen“, sagt die Lehrerin, die immer Verständnis hatte, wenn ein Kind mal verschlafen hat. Für Regina von Horn steht der nächste Einsatzort auch schon fest. „Ich bin gerade Oma geworden“, sagt sie. „Da gibt es viel zu tun.“
Ein Tipp, wie man auch nach 40 Jahren immer noch gern in die Schule geht, haben die beiden auch: Geduld und Ruhe bewahren, nicht verzweifeln und vor allen Dingen, nicht alles persönlich nehmen. „Konsequenz und liebevolle Strenge, damit sind wir bei den Kindern immer gut gefahren“. (cs)
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