Vermittlungssperre für Tiere verhängt

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Tierheim-Mitarbeiter raten von Vierbeinern als Weihnachtsgeschenk ab

Großhansdorf. Die Mitarbeiter der Tierheime im Landkreis Stormarn raten von spontanen Adoptionen eines Vierbeiners rund um den Jahreswechsel ab. Alle Jahre wieder werden gerade zu Weihnachten Tiere verschenkt. Die Einrichtungen in Reinbek und Bad Oldesloe haben sogar eine Vermittlungssperre für Tiere verhängt. Bis zum 2. Januar werden die Mitarbeiter keine Tier herausgeben. Das gibt es in Großhansdorf nicht. Aber auch Monika Ehlers vom Vorstand der Großhansdorfer Auffangstation für herrenlose Tiere sagt: „Die Anschaffung eines Haustieres sollte verantwortungsbewusst und langfristig geplant werden.“

Zwar warten auch in der Einrichtung der Waldgemeinde sechs Hunde, 18 Katzen, drei Ratten, zwei Mäuse, ein Meerschweinchen und vierzehn Kaninchen auf ein neues Zuhause, dennoch findet Monika Ehlers: „Die Entscheidung über ein Haustier in der Familie zu treffen, bedarf einer langen und intensiven Überlegung.“ Viel zu oft haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tierauffangstation schreckliche Tierschicksale miterleben müssen. „Bei uns landen in der Regel Fund- und Abgabe-Tiere, jedes hat seine eigene Geschichte.“ Monika Ehlers berichtet zum Beispiel von der Dogge „Lotte“, die ausgesetzt und an einen Baum gebunden, fast verhungerte. Bis auf die Rippen abgemagert konnte sie gerettet und im Tierheim aufgepäppelt werden. Mittlerweile wurde das Tier erfolgreich vermittelt. „Lotte habe ein neues Zuhause in Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Solche positiven Abschiede von Tieren wünscht sich die Ahrensburgerin für alle ihre Schützling. Daher empfiehlt sie allen, die sich ein Tier anschaffen wollen, ihre Pläne im Vorfeld mit allen Familienmitgliedern zu besprechen. Dazu gehört unter anderem zu prüfen, ob das Mietverhältnis die Haltung von Tieren erlaubt oder ob die Wohnungseinrichtung dem Einzug eines Mitbewohners, der mit seinen Krallen Spuren auf Holzmöbeln oder der Couch hinterlässt, verträgt. Nicht selten werden Halter von den hohen Tierhaltungs-Kosten überrascht. Neben Nahrung und den regelmäßigen Tierarzterminen für Impfungen oder Routine-Untersuchungen kann der Besuch beim Veterinär schnell zu einem hohen Kostenfaktor werden, wenn der Vierbeiner ernsthaft erkrankt.

„Lui“, ein grauhaariger Mischling, ist das einzige Tier, das aufgrund seines Alter nicht mehr vermittelbar ist. „Er darf im Tierheim seinen Lebensabend verbringen“, sagt Monika Ehlers. Der grauhaarige Mischling stupst daaraufhin sein Frauchen mit der Schnauze an, als hätte er sie verstanden. Die Ahrensburgerin „zaubert“ ein Leckerli aus ihrer Tasche, das von Lui genüsslich verschlungen wird. (fp)
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