Was genau ist Geocaching

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Jann Tieken zeigt das Gerät, den Geocaching-Kompass Foto: Manuel Keil
 
So oder ähnlich können die kleinenSchätze aussehen. Diese befinden sich jedoch statt in einer Holztruhe in einer gut verschließbaren Dose Foto: Keil

Jann Tieken aus Witzhave liebt Schatzsuche – und nimmt Kinder mit

Von Manuela Keil
Trittau/Witzhave
Wo ist der Schatz verborgen? Wer im Team hat den richtigen Spürsinn? Und wer kann am besten mit den Koordinaten auf dem Gerät umgehen? Das sind alles entscheidende Fragen für moderne Schatzsucher, die das Hobby Geocaching betreiben oder diese besondere Art von Schnitzeljagd mal zum Spaß ausprobieren wollen. Für Jann Tieken, seit über 40 Jahren in Witzhave ansässig, begann das Hobby, das er mittlerweile mit seiner Frau und den beiden Söhnen teilt, vor zehn Jahren im Urlaub. „Wir waren in Garmisch-Partenkirchen und damals bot das Tourismuszentrum Geocaching an. Wir dachten, was ist das wohl und wollten es ausprobieren“, erzählt Tieken. Damals seien es noch sehr komplizierte Geräte gewesen, die wie ein Navigationssystem per GPS die Koordinaten zum Schatz angeben. Wenn Tieken dann über Längen- und Breitengrade, die Himmelsrichtungen und das richtigen Lesen der Zahlen auf dem Gerät spricht, merkt man ihm schnell seine Begeisterung an. Und man kann sich gut vorstellen, wie er Kindern dies alles erklärt.

Angebot für Ferienkinder


Denn Jann Tieken bietet Geocaching als Ferienfreizeit an – alles ehrenamtlich, denn gelernt hat er mal Tischler. Am Freitag, 24. Juli, 10 bis 16 Uhr, werden zwölf Kinder zwischen acht und 16 Jahren in vier Teams mit dem Fahrrad in Witzhave und Umgebung nach „Schätzen“, sogenannten Caches suchen. In jeder Gruppe ist ein Erwachsener dabei. Eine Gruppe führt Tieken, der die Strecke entwickelt hat. Die Freizeit sei wie im vergangenen Jahr schon innerhalb kurzer Zeit ausgebucht gewesen. Und ganz eifrige Teilnehmer tun sich zu Beginn schwer, wenn Jann Tieken zunächst die Spielregeln und Theorie erklärt, wie man sich per GPS wie mit einem Kompass zurechtfindet. „Das ist ganz wichtig. Aber mehr als eine halbe Stunde darf es nicht dauern. Sonst meutern die Kinder. Mancher will gleich losgehen, nach der Devise: Ich kenn mich aus damit, Gerät an, und auf geht‘s zu den Süßigkeiten, Spielfiguren oder anderen kleinen Überraschungen.“
Denn bei den Schätzen handelt es sich meistens um Kleinigkeiten, nichts Wertvolles. Übrigens: Das Prinzip lautet, man entnimmt etwas aus der Box, die eine Dose, Röhre oder Kiste sein kann und gibt auch wieder etwas hinein. Oft ist auch ein Logbuch oder Zettel in der Box, auf dem die erfolgreichen Finder ihre Namen hinterlassen. Geocaching ist mittlerweile auch in Deutschland recht populär, stammt ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum und ist weltweit vertreten, auch in Asien, Afrika und Amerika. Tieken: „Man kann sogar als Extremsportler, Taucher oder Bergsteiger Caches suchen.“
Es gibt verschiedene Typen und Formen: Event-Caching wie bei der Ferienfreizeit. Hier darf der Finder den Schatz behalten. Der Traditional Cache, bei dem die Koordinaten genau den Ort des Caches anzeigen, ist eher für Einsteiger geeignet. Während der Mystery-Cache (auch Rätsel oder Puzzle Cache) erst über die Lösung einer Aufgabe den Standort der Dose oder des Logbuches näher erklärt. Und auch dann muss der Schatz noch gefunden werden, denn er verbirgt sich in einem Versteck, an das die Schatzsucher nur etwa sechs bis neun Meter herankommen, je nach Empfang des Satelliten oder Funknetzes.
„Dann ist Spürsinn gefragt. Zwar muss das Versteck immer auffindbar und der Schatz darf nicht verbuddelt sein“, sagt Jann Tieken. „So kann er in einem Baum, unter einer Parkbank, unter einem großen Stein oder in einem Vogelnistkasten versteckt sein.“ Letzterer kann sich jedoch auch an einem eher ungewöhnlichen Ort befinden. „Man muss schon die Natur und Umgebung genau und mit anderen Augen betrachten.“
Das Schöne beim Geocaching: Es ist für jedes Alter geeignet. So sind die Söhne von Jann Tieken zwei und vier Jahre alt und machen bereits kräftig mit beim Suchen. „Wir sind immer draußen, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Und man kann es überall machen: Im Urlaub, wenn man irgendwo zu Besuch ist.“ Dann betont er nochmal: „Das Gerät beim Geocaching ist kein Navi, sondern ein Wegweiser, der nur die Richtung vorgibt. Suchen muss man dann selber. Aber genau das macht den Reiz bei diesem Hobby aus.“

Viele weitere Angebote


Bei Jann Tieken kommt aber wohl noch etwas anderes hinzu: Er vermittelt sein Wissen gern weiter. So bietet der Familienvater auch noch Mountainbiking und Werken mit Holz in der Ferienfreizeit an. Seine Frau Anke und andere engagierte Eltern waren ebenfalls an der Organisation der vielen Ferien-Aktivitäten der fünf Gemeinden Trittau, Witzhave, Großensee, Lütjensee und Grönwohld sowie der Erstellung des gemeinsamen Programmheftes beteiligt. Außerdem bietet sie mit zwei anderen Damen Kochen und Backen für Kinder an. Wie das alles mit zwei kleinen Kindern möglich ist? „Ohne die Oma könnten wir das nicht“, gibt Jann Tieken zu. Was für ein Glück, dass diese hilfreiche Seele auf demselben Grundstück wohnt.
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