Was schwimmt denn da?

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Seewart Ernst-Uwe Peemöller achtet darauf, dass der Großensee sauber bleibt und niemand ohne Berechtigung angelt Foto: cy

Seewart Peemöller erklärt Fischvielfalt im Großensee

Von Cetin Yaman
Großensee. Wer an den Wochenenden am Großensee entlang spaziert, kann immer wieder Angler am Ufer sehen, die geduldig auf einen guten Fang warten. Bei dem Gewässer zwischen der Gemeinde Großensee und Lütjensee ist es wahrscheinlich, dass sie sich nicht allzu lange gedulden müssen. Denn der Großensee zählt zwar zu den nährstoffarmen Seen, hat aber aufgrund der guten Wasserqualität einen reichen Fischbestand.

„Einige Tausend sind
es auf jeden Fall“
Ernst-Uwe Peemöller
„Einige Tausend sind es auf jeden Fall“, sagt Ernst-Uwe Peemöller (68). Er bekleidet das Amt der Seeaufsicht und zählt die Fischarten auf, die sich in „seinem See“ – den er seit 27 Jahren betreut – tummeln: „Es gibt viele Rotaugen, Barsche (siehe Karte oben: 4) und Hechte (3). Dann haben wir auch Karpfen (6), Brassen (1), Schleien (2), einige wenige Zander (5) und Aale (7), ebenso Rotfedern, Karauschen, Moderlieschen und Kaulbarsche“. Der gesamte Fischbestand im Großensee – Länge 2,5 Kilometer und Breite 400 bis 550 Meter - gilt als normal und man hatte noch nie mit größeren Problemen zu kämpfen: „Ein Fischsterben gab es hier zum Glück nie“, stellt Peemöller zufrieden fest, während er eine Runde mit seinem motorbetriebenen Boot eine Runde über den Großensee dreht.
41-Pfund-Hecht
Der See soll auch weiter so intakt bleiben, und dazu gehört, dass der Boots- und Stegverkehr überwacht, jeglicher Eingriff in die Vegetation („Schilfe sind Rückzugsgebiete für die Fische und von großer Bedeutung“) unterbunden wird und auch keine Angler, die ohne Schein fischen, auf illegale Weise den Bestand mindern.
Das Angeln ist nur Mitgliedern der Sportangler-Vereinigung Hamburg (SAV) gestattet, die die Lizenz dafür besitzen. Von seinen 600 Mitgliedern kommen etwa 100 regelmäßig zum Angeln hierher. Dafür müssen sie jedes Mal eine detaillierte Liste ausfüllen, was und wie viel sie gefangen haben und dabei strenge Regeln beachten. Zunächst brauchen sie einen Fischereischein von der Gemeinde, den sie nach einer erfolgreich abgelegten Fischereiprüfung erhalten. Die gefangenen Fische müssen eine genau definierte Mindestgröße erreicht haben (zum Beispiel Aale 45 Zentimeter) auch Schonzeiten sind einzuhalten. Die Ausbeute darf nicht getauscht und verkauft werden, sondern ist nur für den Eigenverbrauch bestimmt. 104 Hechte wurden laut Statistik in 2011 in dem See, der über sechs Millionen Kubikmeter Wasser umfasst, gefangen. Insgesamt wogen die Hechte 350 Kilo. Den Rekord hält Henry Thele, ein ehemaliger Anwohner. 1983 fischte er einen 140 Zentimeter und 41 Pfund schweren Hecht aus dem Wasser. „Das hat noch keiner übertroffen“, sagt Peemöller noch immer mit voller Bewunderung.
See ist 16,4 Meter tief
Die unterschiedlichen Fischarten bewegen sich übrigens in unterschiedlichen Tiefen. Die Raubfische schwimmen eher im sogenannten Mittelwasser. Grundfische – also sich am Boden bewegende Fische – hingegen sind Aale, Brasse und Schleie. An der tiefsten Stelle des Sees muss man 16,4 Meter tief tauchen, die mittlere Tiefe ist mit 9,4 Metern ebenfalls überdurchschnittlich.
Wenn es um die Reinheit des Gewässers geht, erhält Peemöller Unterstützung von den Mitgliedern des SAV. Ulrich Krumstroh vom Vorstand erläutert die Aktivitäten des Vereins: „Wir untersuchen regelmäßig, wie trübe das Wasser ist und ob es Veränderungen in der Insektenpopulation gibt“. Damit der Großensee sauber bleibt, nimmt das zuständige Landesministerium Kontrollen vor, auch der Kreis ist mit einem eigenen Umwelttrupp vor Ort.
Größere Probleme mit den Besuchern des öffentlichen Freibads und den vielen Spaziergängern am Großensee kann Seewart Ernst-Uwe Peemöller nicht ausmachen: „Man sieht zwar leider auch immer wieder Müll im Wasser, aber grundsätzlich sind die Fische nicht gefährdet, es gibt genügend Ausweichmöglichkeiten für sie“, sagt er. Dennoch setzt Peemöller auf Kontrolle und hält am sogenannten Karnap-Ufer ein Boot an, das er noch nicht kennt. Dieses ist zwar ordnungsgemäß mit einer Nummer gekennzeichnet, aber dem Seewart unbekannt.
„Nach dem Zustand zu urteilen, muss das Boot wohl einige Jahrzehnte unbenutzt gewesen sein“, sagt er zu den Jugendlichen, die an dem schönen Sommertag damit einen Ausflug machen wollen. Bevor er weiter seine Runde dreht, notiert er sich die Angaben über den Besitzer und lässt sie weiter fahren. „Junge Leute sollen ihren Spaß haben, aber wichtig ist, dass sie nicht schwarz angeln und die Vegetation kaputt machen“, erklärt er. (cy)
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