Was Stormarns Kandidaten wollen

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Industriekaufmann aus Ammersbek, Auswärtiger Ausschuss Bundestag Foto: SPD
 
Betriebswirt aus Seth, Stv. Vorsitzender Bundestags-Petitionsausschuss Foto: CDU
 
Kaufmann, Henstedt-Ulzburg, Fraktionsvorsitzender in seiner Gemeinde Foto: FDP
 
Jörg Nobis (37), Schiffsachverständiger aus Kaltenkirchen, Sprecher des Kreisverbandes Segeberg der Alternative für Deutschland (AfD)

Die Direktkandidaten für die Wahlbezirke 8 und 10, Kreis Stormarn

Angela Merkel oder Peer Steinbrück? Wer wird künftig Deutschland regieren? Und wer kommt in den 18. Deutschen Bundestag? Diese Fragen werden am 22. September beantwortet. Die Wahlbenachrichtigungen sind bereits versandt. Am Wahlsonntag, zwischen 8 und 18 Uhr, können die Wähler in Wahllokalen ihre Kreuze machen. Im Kreis Stormarn bewerben sich in zwei Wahlkreisen insgesamt 17 Kandidaten, die das WochenBlatt diesmal und in seinen nächsten Ausgaben vorstellen wird.

Wahlkreis 8

Franz Thönnes (58) SPD

„Für unsere Region sind gute Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen sehr wichtig. Ich setze mich für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde ein. Es ist nicht hinnehmbar, dass 25.800 Beschäftigte in Segeberg heute weniger verdienen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf will ich verbessern, z.B. mit Kinderbetreuung in Notfällen und zu Sonderpreisen. Das bildungsfeindliche Betreuungsgeld gehört abgeschafft und die zwei Milliarden Euro in mehr Kindertagesstätten und Tagespflege investiert. Der Wohnungsneubau muss wieder verlässlich gefördert, eine Mietpreisbremse eingeführt und die Stromsteuer um 25 Prozent gesenkt werden. Wir brauchen mehr Barrierefreiheit sowie eine gute Pflege- und Versorgungsstruktur. Das Luftverkehrskonzept muss zwischen Bund und Ländern abgestimmt und für mehr Lärmschutz gesorgt werden. Und der Bund soll die wertvolle Arbeit der Ehrenämtler vor Ort direkt unterstützen können.“

Gero Storjohann (55) CDU

„Die Kreise Segeberg und Stormarn sind wirtschaftlich gut aufgestellt. Auf Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft will ich unsere Stärken weiter ausbauen, besonders durch Investitionen in Bildung und Forschung und in eine leistungsfähige Infrastruktur. Die großen Chancen der A20, A21 und der festen Fehmarnbeltquerung werden wir konsequent nutzen. Die Schienenverbindung zwischen Bad Oldesloe und Hamburg sowie zwischen Kaltenkirchen und Hamburg haben meine volle Unterstützung. Der Fahrradverkehr wird im Nahbereich an Bedeutung zunehmen. Bei der Vernetzung mit dem ÖPNV, der Ausstattung der Abstellplätze, dem Fahrradwegeneubau und -unterhalt ist noch Verbesserungsbedarf. Meine Schwerpunkte möchte ich auch zukünftig im Deutschen Bundestag vertreten: Verkehrspolitik, Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik sowie das Petitionswesen. Bei all meinen Aufgaben in Berlin ist mir die unmittelbare Hilfestellung für die Bürger ein besonderes Anliegen.“

Klaus-Peter Eberhard (50) FDP

„Schleswig-Holstein darf nicht von der Entwicklung im restlichen Bundesgebiet abgehängt werden. Eine zukunftsfähige Infrastruktur ist die Voraussetzung für Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze. Der Ausbau der A20 über die A7 hinaus ist für unsere Region von hoher Bedeutung. Die Anbindung, auch kleinerer Orte, an schnelle Datennetze ist die Voraussetzung für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe. Auch für die Gesamtbevölkerung müssen moderne Datennetze zur Grundversorgung gehören. Unsere Region kann einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Windenergie lässt sich im Norden effizienter „ernten“ als in anderen Teilen Deutschlands. Die Gesundheitswirtschaft, mit Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Therapiezentren, hat gerade in unserer landschaftlich schönen und vielfältigen Region eine hervorragende Zukunftsperspektive. Kooperationen von Kliniken und freiberuflichen Ärzten und Therapeuten ermöglichen neue Chancen für diese Berufsgruppen und eine bessere Versorgung für uns alle.“

Jörg Nobis AfD

„Ich setze mich für mehr Bürgerbeteiligung ein, um der Politikverdrossenheit in unserem Land entgegen zu wirken. Ich wünsche mir Volksentscheide auf Bundesebene nach Schweizer Vorbild, damit wir wahre Volkssouveränität im Sinne des Grundgesetzes erreichen. Eine Transfer- und Schuldenunion zu Lasten Deutschlands lehne ich strikt ab, und ich möchte, dass die Europäischen Verträge um eine Euro-Ausstiegsklausel ergänzt werden. Griechenland und anderen südeuropäischen Staaten muss die Möglichkeit eröffnet werden, den gemeinsamen Währungsraum zu verlassen. Die heillose Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung sehe ich als gescheitert an. Weitere Haftungsrisiken für die deutschen Steuerzahler dürfen nicht eingegangen werden. Dabei verstehe ich mich als überzeugter Europäer - gerade das motiviert mich, für ein friedliches und gerechtes Europa zu kämpfen.“

Rainer Schuchardt Frei Wähler


„Dringenden Handlungsbedarf sehe ich in der Umsetzung der Energiewende. Ich setze mich für eine gesicherte Abnahmepflicht regenerativer Energie durch die Netzwerkbetreiber ein. Für den notwendigen Ausbau der Netze sollen vorrangig die Autobahntrassen genutzt werden. Aus Wohn- und Erholungsgebieten sind Hochspannungsleitungen herauszuhalten. Einen Schwerpunkt sehe ich in der Bewältigung der Verkehrsprobleme. Ich trete dafür ein, für den nicht ortsbezogenen Verkehr vermehrt Umgehungsstraßen zu schaffen. Bundesmittel für den Straßenbau sollten entsprechend eingesetzt werden. Unsere ländlichen Regionen bieten die Grundlage für eine regionale Lebensmittelversorgung. Ich setze mich dafür ein, dass unsere Bauern einen angemessenen Preis für ihre Produkte erzielen und mittelständnische Landwirte stärker gefördert werden.“

Oliver Grube Piraten Partei


„Ich mache Politik aus Notwehr, denn ich mache mir große Sorgen um die Zukunft meiner Kinder und Enkel. Ob es um die Umwelt, den Verbraucherschutz, die Gentechnik oder um die Euro-Rettung und einen Kriegseinsatz in Syrien geht. Überall wird das Gemeinwohl immer häufiger den Interessen weniger geopfert.
Ich glaube an eine Gesellschaft, die jenseits vom neoliberalen Marktradikalismus mit Herz, Solidarität und Fairness allen Menschen die Teilnahme ermöglicht.
Freier Zugang zu Bildung, Förderung der Teilhabemöglichkeiten aber auch und gerade Transparenz in politischen Prozessen sind absolut notwendig, um verloren gegangenes Vertrauen der Menschen in die Volksvertreter wieder zu gewinnen. Piraten haben die Möglichkeiten der modernen Technik nicht nur erkannt, sondern schätzen ihre Gefahren auch realistischer ein.“

Wahlkreis 10


Nina Scheer (41) SPD

„Es kann nicht sein, dass Bürgerinnen und Bürger wegen zu hoher Mieten nicht am Ort ihrer Arbeit wohnen können. Ich setze mich mit einer starken SPD für bezahlbaren Wohnraum ein. Mit einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro muss die Wertschätzung von Arbeit wiederhergestellt werden. Auch die Stärkung von Solidarsystemen, etwa für Rente, Pflege und Gesundheit - die Abschaffung der Klassenmedizin - zählen zu den von mir verfolgten Aufgaben und Zielen.
Sowohl im Interesse einer starken Metropolregion, eines auch zukünftig starken Wirtschaftsstandortes, als auch für Klimaschutz- und Ressourcenschonung setze ich mich für eine beschleunigte Energiewende ein. Netzinfrastrukturaufgaben und Speicher-Einbindung bedürfen gerechter Preisbildung und Kostenverteilung.“

Konstantin von Notz (42) Bündnis 90 die Grünen

„Für meinen Wahlkreis sind für mich diese Ziele zentral: den nachhaltigen Tourismus fördern, den öffentlichen Nahverkehr mit Hamburg besser vernetzen, schnelles Internet auch im ländlichen Raum, konsequente Energiewende und faire Energiepreise!
Seit Jahren kämpfe ich gegen den Fehmarnbelt-Tunnel. Diese Milliarden wären für marode Straßen und Nahverkehr viel wichtiger.
Der Güterzug-Lärm käme einem schweren Schlag für unsere Lebensqualität und den Tourismus gleich.
Ich streite für eine offenere, tolerantere Gesellschaft gegen Rassismus, Homophobie und Antisemitismus.
Mich hat vor allem die Sorte um unsere Freiheits- und Bürgerrechte in die Politik gebracht. Ich bin gegen die uferlose Überwachung und für eine Stärkung unserer Bürgerrechte.“

Prof. Dr. Axel Gehrke (70) AfD

„Der Bruch der Maastricht-Verträge und das Durchwinken des ESM waren der Auslöser meines politischen Engagements. Wir retten nicht Europa, nein, mit unseren Milliarden rettet Deutschland erst mal verzockte Banken und Hedgefonds! Wie lange schaut da der Bürger noch zu? In unserem Wahlkreis könnten wir mehr Geld gut gebrauchen für Flutopfer, Rentner, Leistungen der Krankenkassen, Sanierung von baufälligen Krankenhäusern und kaputten Straßen.
Die derzeitige Euro-Rettungspolitik bedeutet nicht Wohlstand für alle, sondern Verarmung für viele. Man werfe nur einen Blick auf die Zinsen. Es muss Schluss sein mit dieser abenteuerlichen Politik. Wir brauchen wieder eine echte Opposition im Bundestag und eine starke Vertretung der ureigenen Belange unseres Wahlkreises. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Christel Happach-Kasan (63) FDP

„Als Abgeordnete bin ich für ganz Deutschland verantwortlich. Aber es gibt Möglichkeiten, gezielt etwas für den Norden zu tun. Ob Forschungseinrichtung, Infrastruktur oder Wirtschaftsförderung, in Berlin werden Mittel verteilt, für die sich viele interessieren. Stormarn hat vordringliche Projekte im Bundesverkehrswegeplan, z.B. der S4-Ausbau durch den Kreis. Es ist wichtig, deren Finanzierung sicherzustellen. Eine Herausforderung für einen wirtschaftlichen starken Kreis ist die Energiewende. Der Netzausbau, der bezahlbaren erneuerbaren Energien erst eine Chance eröffnet, ist ebenso wichtig wie die Kontrolle der Kosten. Ohne ein EEG 2,0 und Effizienzsteigerung laufen uns die Kosten davon. Beim Verbraucherschutz will ich ideologische durch wissenschaftlich fundierte Verbraucheraufklärung ersetzen. EHEC hat gezeigt, dass bakteriologische Risiken unterschätzt, während andere Risiken wie Dioxine überschätzt werden.“

Norbert Brackmann CDU

„Als Bundestagsabgeordneter habe ich ein offenes Ohr für die Menschen in meiner Heimat. Ihre Sorgen und Nöte mache ich mir zu eigen und versuche Lösungen für sie zu finden. Gespräche sind daher das A und O. Worten müssen aber auch Taten folgen. Das gilt den Bau der S-Bahn-Linie 4 von Hamburg über Ahrensburg nach Bad Oldesloe ebenso wie für den Ausbau der
B 404 zur A 21.
Mein Ziel ist es, die richtigen Rahmenbedingungen für die Menschen und Unternehmen in meiner Heimat zu schaffen. Ich trete für den Erhalt von Arbeitsplätzen ein und unterstütze unter anderen Arbeitgeber bei der Beseitigung unnötiger Hindernisse. Investitionen in Bildung und Forschung sichern den Wohlstand für unsere Kinder. Ich möchte, dass Mittel für den weiteren Ausbau des Kita-Angebotes bereitgestellt werden.“

Karsten Kiehn Piraten Partei

„Im Bundestag werde ich mich für mehr Unterstützung der Bundesländer in den Fragen demografischer Wandel, Generationsgerechtigkeit, Bildung und Verkehrsstruktur einsetzen. Bis zum Jahre 2030 haben wir hier bei uns im Kreis Stormarn im ländlichen Raum mit einem Bevölkerungsrückgang von bis zu 15 Prozent zu rechnen.
Im Ballungsraum Hamburg wird die Bevölkerungszahl hingegen leicht zunehmen. Dieser Wandel, zusammen mit der gravierenden Änderung der Altersstruktur, gehört zu den größten Herausforderungen für die Flächenländer. Das stellt auch neue Anforderung an die Wohnungsstruktur. Hier biete ich Lösungsansätze zur Förderung von Mehrgenerationenhäusern an. Die Bundesländer allein sind finanziell nicht in der Lage diese Aufgaben zu meistern. Daher muss das Kooperationsverbot, welches dem Bund untersagt, die Länder in vielen Bereichen finanziell zu unterstützen, auf den Prüfstand gestellt werden.“

Ilka Wenzelis Die Linke

„Ich werde mich für ein Fracking-Stopp zur Gasgewinnung einsetzen. Zum Wohle unserer Gesundheit darf es keine weiteren Genehmigungen für Erkundung oder Gewinnung geben. Frauen und Leiharbeiter müssen genauso viel verdienen wie ihre männlichen bzw. festangestellten Kollegen. Frauen erhalten im Schnitt über 20 Prozent weniger Geld als Männer mit gleicher Stelle, Leiharbeiter noch weniger im Vergleich zu ihren festanangestellten Kollegen. Ich werde für einen Mindestlohn von 10 Euro und eine Grundsicherung von 1050 Euro streiten. Nur so sind sie ein Instrument gegen Armut und damit Ausgrenzung immer größerer Teile der Bevölkerung. Ich unterstütze unsere Pläne für Kitas und Frühförderung. Wir wollen noch einmal 3,6 Mrd. Euro in das Sondervermögen zum Kita-Ausbau stecken - zwischen 1,8 und 3,6 Mal so viel wie SPD und Grüne. Mit dem Geld wollen wir unter anderem Mindeststandards einführen von einer Erzieherin auf vier Krippenkinder.“
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