Weben und Spinnen im Heimatmuseum

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Martina Vollrath am historischen Webstuhl Foto: cs

Seit fünf Jahren treffen sich mehrere Frauen, um gemeinsam an alten Spinnrädern zu spinnen

Bargteheide Die Idee, sich mit dem Weben zu befassen, entstand bei Ute Wöllmann quasi aus der Not heraus. Sie wollte die Wolle der eigenen Schafe verarbeiten. Pro Jahr gewann sie acht bis zehn Kilo Wolle. Zwar konnte die Elmenhorsterin daraus Wollknäuel spinnen und Jacken stricken, doch niemand wollte diese tragen. „Das war meiner Familie einfach zu kratzig“, sagt Ute Wöllmann. Der Crash-Kurs „Weben“ an der Volkshochschule kam da wie gerufen. „Schon lange wollten wir den alten Webstuhl im Bargteheider Museum nutzen, doch keiner wusste wie“, so Wilma Griese aus dem Bargteheider Museum, die sich gleich anschloss und den Workshop ebenfalls absolvierte.
Seit über fünf Jahren treffen sich die Frauen regelmäßig im Museum, um gemeinsam an den alten Spinnrädern zu spinnen. „Der Anblick des Webstuhls hat uns immer gereizt“, beteuern die Damen. Zu siebt halten sie die Tradition des alten Handwerks am Leben. Am am letzten Montag des Monats, 19 Uhr, treffen sie sich im Heimatmuseum. Nacheinander sitzen die Frauen am Webstuhl und arbeiten an einem Teppich. Über 200 Jahre ist der Webstuhl alt. Bei einer Haushaltsauflösung wurde das historisache Stück dem Bargteheider Museum gespendet, wo es nun wieder häufig genutzt wird.
Auch Martina Vollrath ist vom Weben begeistert. Wie fast alle Damen aus dem Kreis hat auch sie jetzt einen eigenen Webstuhl zu Hause. „Trotzdem ist es etwas Besonderes, an einem so alten Gerät, mit den vielen Zeichen seiner Geschichte zu arbeiten“, sagt die Bargteheiderin. Schwierig sei es nicht, das alte Handwerk zu erlernen. „Beim Weben erfordert gerade die Vorbereitung viel Sorgfalt und Geduld“, so Martina Vollrath. „Dafür ist das Spinnen selbst aufwändiger.“ Bei aller Sorgfalt bleibt den Frauen in ihrer Montagsrunde immer noch genügend Zeit, sich auszutauschen, zu klönen und einen Tee zu trinken.
„Das Schöne am alten Handwerk ist vor allem auch die Geselligkeit“, da sind sich die Damen einig. Wer Lust hat, selbst einmal zu spinnen oder zu weben, ist im Museum Bargteheide willkommen. (cs)
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