Weihnachten fernab der Heimat

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Ankama Hango liebt das deutsche Weihnachtsfest ebenso wie den Heiligen Abend in Namibia. Foto: Frauke Pöhlsen

Der Namibianer Ankama Hango berichtet über ein etwas anderes Fest

Großensee. „In Namibia ist es um die Weihnachtszeit sehr heiß“, erzählt Ankama Hango. Es können schon mal 40 Grad im Schatten sein. Weihnachtslieder wie „Jingle Bells“ oder „Leise rieselt der Schnee“ erklingen trotzdem. Viele Weihnachtstraditionen seien übernommen worden. „Es gibt bei uns zwar keine Tannenbäume, doch einige Familien behelfen sich mit Weihnachtsbäumen aus Plastik“, sagt der Namibianer. Andere schmücken eine Akazie vor dem Haus. Fast jeder in Namibia feiert Weihnachten, denn es leben etwa 80 Prozent Christen im Land.

Eigene Weihnachts-Riten

Die meisten Familien pflegen außerdem ihre eigenen Weihnachtstraditionen. Ankama Hango gehört den Oshiwambos an, mit 48 Prozent eine der größten Bevölkerungsgruppen Namibias.
„Unsere Familie verbringt das Weihnachtsfest in der Regel beim Familienoberhaupt“, sagt Ankama. Familienangehörige aus dem ganzen Land würden anreisen und sich treffen. Es kommen bis zu 50 Verwandte zusammen. „Oft gehen wir am 24. Dezember abends oder am 25. Dezember morgens in die Kirche zum Gottesdienst.“ Es werden Weihnachtslieder und Gospels gesungen. Anders als in Deutschland ist der Hauptfeiertag in Namibia am 25. Dezember. Am Tag vorher wird eine Ziege oder eine Kuh geschlachtet. Außerdem bringt jeder etwas zu Essen mit. So gibt es viele verschiedene Speisen, auch Kartoffelsalat darf nicht fehlen und sehr viel Fleisch, „red Meat“.

Treffen unterm Baum

Unter dem breiten schattenspenden Schirm eines Camelthorn Baumes versammelt sich die Festgesellschaft und es wird ein riesiges Barbecue, das sogenannte „Braai“ , veranstaltet. Dazu werden landestypische Speisen, wie Pap (Maisbrei), gereicht.
„Wichtig ist jedoch, dass die ganze Familie zusammen kommt. Es wird geredet, gelacht und lange fröhlich gefeiert“, sagt Ankama. Statt warme Getränke und Glühwein gibt es aufgrund der Hitze natürlich kühles Bier oder Eistee. Geschenke gebe es in Namibia keine.
Da die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel entgegengesetzt zu den denen in Europa sind, herrscht von November bis März in Namibia Sommer. Der Dezember sei so die Haupturlaubszeit im Land, viele haben drei bis vier Wochen Urlaub.
An den Festlichkeiten in Deutschland gefällt dem Mann aus Namibia vor allem der Schnee. Er verbringt die Feiertage nun zum zweiten Mal zusammen mit seiner Ehefrau bei den Schwiegereltern in Großensee.
„Die Vorweihnachtszeit, die tolle Schneelandschaft, Weihnachtsmärkte, Kerzenschein und Lichterglanz am wundervoll geschmückten Tannenbaum, die ganze Zeremonie am Heiligabend: Das alles ist wunderschön“, sagt Ankama. Trotzdem würde er das etwas andere Weihnachten in seiner Heimat Namibia vermissen. Im nächsten Jahr, das weiß er, wird Ankama seine ganze Familie auf einem großen Fest wiedersehen. (fp)
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