Welche Pilze giftig sind

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Ingo Hartung (r.) erklärt den Seminar-Teilnehmern anhand ihrer gesammelten Pilze, welche brauchbar sind oder entsorgt werden müssen Foto: cs

Saisonstart: Experte gibt Kurse. Wie lange man die Fundstücke braten muss

Von Christina Schlie
Bargteheide/Trittau
Die Pilzsaison ist eröffnet! Und das Suchen nach essbaren Sorten in den Wäldern wird immer beliebter. Mehr als acht Millionen Bundesbürger durchforsten jedes Jahr ab Anfang September die heimischen Wälder nach Maronen, Steinpilzen oder Pfifferlingen. Auch viele Stormarner wollen ihr Wissen um die „Schätze des Waldes“ erweitern. „Das Interesse ist extrem stark gestiegen“, bilanziert Ingo Hartung.

Freie Plätze im VHS-Kurs



Der 59-Jährige ist Pilzsachverständiger und bietet seit mehr als 15 Jahren an den Volkshochschulen des Kreises Pilzseminare an. Seine Kurse „Das ABC des Pilzesammelns“ in Bargteheide sind bereits ein Jahr im Voraus ausgebucht. An der Volkshochschule Bad Oldesloe gibt es aber noch freie Plätze. Interessierte treffen sich am 6. oder 8. Oktober. Um 9 Uhr geht es los. Kosten: 18 Euro. Anmeldung bis 30. September unter www.vhs-od.de.
Bereits am vergangenen Wochenende haben sich acht Kursteilnehmer auf einem Parkplatz am Trittauer Forst eingefunden, auch wenn es seit Stunden regnete. In Gummistiefeln und Regenjacken, alle mit einem Körbchen in der Hand bewaffnet, ging es los.
Während des dreistündigen praktischen Teils des Kurses, erklärte Ingo Hartung, wie man giftige und ungiftige Pilze unterscheidet. „Es kann tödlich enden, wenn man nur mit dem Smartphone in der Hand nach Pilzen Ausschau hält“, warnt der Experte. Auf Bildern seien oft nur die „Models“ unter den Pilzen abgebildet. Durch Unwissenheit käme es jährlich zu etwa 2.000 Pilzvergiftungen in der Bundesrepublik. Neben einer umfangreichen Erläuterung zur Pilz-Ökologie erfuhren die Seminar-Teilnehmer etwas über den aktuellen Stand belasteter Waldpilze in Norddeutschland.

Saison für Parasol und Fichtensteinpilze


Die Ausbeute des Sonnabends war mäßig. „Die Saison fängt gerade erst an“, erklärte Hartung. Trotz des trockenen Frühjahrs rechnet er mit vielen Pilzen, da der August feucht und trotzdem sonnig war. Die ersten Exemplare, die seit September wachsen, sind Parasol und Fichtensteinpilze. „Schon in ein zwei Wochen sieht das ganz anders aus“, motivierte Hartung seine Teilnehmer.
Jörg Baumgärtel, einer der Pilzsammler, freute sich über den größten Steinpilz des Tages. „Ich bereite ihn in Butter angedünstet mit Zwiebel zu“, verriet er sein Lieblingsrezept. Auch wenn er sich schon vor dem Seminar gut auskannte, übers Pilzesammeln, hat er am Kurs-Tag noch einige Neuigkeiten und Besonderheiten erfahren. „Bislang war ich ein Autodidakt“, sagt der 72-Jährige. „Passiert ist Gott sei Dank nie etwas.“
Pilzsachverständige trifft man gar nicht so häufig. Früher gehörte die Pilzausbildung noch zur Ausbildung eines Apothekers dazu, das ist heutzutage nicht mehr der Fall. Umso wichtiger ist es, so Hartung, nur mit fundiertem Wissen die gesammelten Waldfrüchte mindestens 14 Minuten lang zu braten, um sie anschließend zu essen.
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