Wer hilft zu „entkusseln“?

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Michael Rademann beim „Entkusseln“ im Höltigbaum Fotos: M. Keil

Aktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Höltigbaum

Von Manuela Keil
Höltigbaum. Der Blick reicht kilometerweit. Spaziergänger genießen den sonnigen Herbsttag im Höltigbaum, eine Gruppe Reiter kommt ihnen entgegen, Kinder können Schafe, Ziegen und Rinder beobachten. Auch viele geschütze Tiere leben hier. „Dazu gehört der Neuntöter, ein 17 Zentimeter großer Vogel, sowie die Feldlerche und die Goldammer“, sagt Michael Rademann, Mitarbeiter der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Alle diese Vögel sind auf die typische halboffene Graslandschaft des Höltigbaum angewiesen. Damit diese so erhalten bleibt und nicht Birke, Weißdorn und Weide die Flächen langsam für sich erobern, müssen Menschen zuweilen eingreifen.
„Deshalb veranstalten wir die Aktion praktischer Naturschutz“, sagt Rademann, der auch regelmäßig vogelkundliche Führungen im Höltigbaum anbietet.
Nächster Termin für aktiven Naturschutz ist am Sonnabend, 11. Oktober. Freiwillige Helfer sind von 11 bis 14 Uhr aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Das bedeutet, dass Sträucher und Jungbäume bis etwa Körpergröße entnommen, rausgerissen oder auch abgesägt werden.

Die Natur bleibt nahezu unbeeinflusst

Das rund 560 Hektar große Naturschutzgebiet Höltigbaum, das im Kreis Stormarn und Hamburg-Rahlstedt liegt, lädt gleichermaßen zum Erkunden und zum Erholen ein. Bis 1995 war das Gelände Standortübungsplatz der Bundeswehr und wurde zwei Jahre später zum Naturschutzgebiet erklärt. Da es seit vielen Jahrzehnten nahezu nicht bewirtschaftet wird und die Natur weitgehend unbeeinflusst bleibt, ermöglicht es das Überleben vieler seltener Pflanzen und Tiere. So leben im Höltigbaum über 30 Libellenarten, die Erdkröte, der Moor- und Grasfrosch und auch der Weißstorch. „Außerdem kann man hier mit etwas Glück Füchse, Rehe, Feldhasen und Dachse sehen“, sagt Rademann.
Die Veranstalter hoffen auf eine rege Beteiligung beim „Entkusseln“, so wird aktiver Naturschutz auch genannt. Wer mitmachen will, sollte der Witterung entsprechend gekleidet sein. Jeder Freiwillige wird mit Werkzeug ausgerüstet, dann geht es unter Anleitung des Fachmannes ins Gelände. Es geht bei der Aktion jedoch nicht um das Fällen von Bäumen. Die Population von Pflanzen, die sich rasant ausbreiten, wird so kontrolliert. „Nur so können wir sicherstellen, dass auch in Zukunft der Lebensraum für die seltenen Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt“, sagt Rademann und demonstriert dabei, wie man richtig entkusselt. Mit einer Säge entfernt er zunächst den Stamm einer Jungbirke. Dann zieht er mit seiner Hand die Wurzel aus dem Boden.
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