„Wie ein Marathonlauf“

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In dem Musical „Willkommen im Paloha-Land“: Eve Rades (von links), Christian Alexander Müller und Jennifer Siemann Foto: fnf

Macher des 24-Stunden-Musicals sind zufrieden. Erlöse für Flüchtlingshilfe

Von Finn Fischer
Ahrensburg
Idee, Story, Casting, Probe: Eigentlich braucht es Monate oder Jahre für die Vorbereitung eines Musicals. Bei den „24 Stunden Musicals“ muss alles etwas schneller gehen – eben an einem Tag von der Idee bis zur Aufführung. So absurd das Konzept, so gut war das Ergebnis. Hier waren Profis am Werk. Das Publikum verzieh den ein oder anderen Blackout, einige der Ensemble-Mitglieder waren immerhin schon 24 Stunden auf den Beinen.
„Das ist wie ein Marathonlauf, alles passiert unter Zeitdruck und häufig glaubt man, dass nun die Grenze des Machbaren erreicht ist. Aber man macht doch weiter“, sagt Gavin Turnbull, der im Musical „Willkommen im Paloha-Land“ den Colin spielte. „Das Publikum war voll mit dabei und hat viel verziehen. Es war nicht so schlimm, wenn etwas mal nicht 100-prozentig lief, das wurde von den Zuschauern einfach weggelacht“, freute sich der in England geborene Schauspieler, der im Musical „König der Löwen“ Tumba verkörperte und das erste Mal an einem Highspeed-Musical mitwirkte.

„Hier sieht man mal, wie viel Talent es in der Branche gibt. Das Team war super.“ Harrie Poels, Darsteller

Auch sein Bühnenpartner Harrie Poels – Pumbaa im König der Löwen – war mit von der Partie: „Das Schwierigste war für mich, in der kurzen Zeit die Texte zu lernen. Das ist ein großer Unterschied zur herkömmlichen Arbeit“, so der gebürtige Niederländer, der im 24-Stunden-Musical „Frau an Bord“ den Piraten-Käpt‘n Kaftan mimte. Hier sieht man mal, wie viel Talent es in der Branche gibt. Das Team war super, alles hat gut funktioniert.“ Auch in diesem Jahr glich die Besetzungsliste dem Who-Is-Who der Musical-Branche. Insgesamt 36 Darsteller, Autoren, Regisseure, Komponisten und Musiker beteiligten sich an der Umsetzung in diesem knappen Zeitplan.
Am Sonntag, Punkt 20 Uhr, startete das Projekt mit der Vorstellung der Darsteller. Jeder trug ein besonderes Talent vor und hatte ein Requisit dabei. Anschließend startete die Arbeit der Autoren. Diese schüttelten buchstäblich vier Musicals aus dem Ärmel. Bei einem Casting wurden dann die Schauspieler auf die Stücke verteilt, die Proben starteten am Montag um sieben Uhr morgens und endeten kurz vor der Aufführung um 20 Uhr. Bereits vor einem Jahr brachte die Ahrensburger Agentur Musical Creations vier 24-Stunden-Musicals auf die Bühne, damals vor einem ausverkauften Saal.

Darsteller spielten alle ohne Gage


„Im Grunde stand dann sofort fest, dass es eine Wiederholung geben wird“, so Hauke Wendt von Musical Creations. Er uns seine Frau Jackie hatten die Idee dieses Highspeed-Musical auf die Beine zu stellen. Alle Darsteller verzichteten auf Gagen, der Erlös kommt in diesem Jahr der Jugendarbeit des Freundeskreises für Flüchtlinge in Ahrensburg zugute. Unterstützt wurde das Projekt vom Park Hotel, das die Schauspieler kostenfrei einquartierte, und vom Sound& Light Service, die die Aufführung technisch ausstattete.
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