Wie Trittau die Flüchtlinge unterbringen will

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Ulrich Borngräber beschäftigt sich mit der Flüchtlingsproblematik Foto: bm

Amtsvorsteher: Wir behandeln alle gleich. Mobilheime in Großensee und Lütjensee geplant

Trittau Langsam ist auch das Amt mit der Unterbringung der Flüchtlinge an seiner Leistungsgrenze angekommen. Der Landtagsabgeordnete Tobias von Pein (SPD) sprach bei der vergangenen Sitzung des Amtsausschusses mit den Politikern über die Flüchtlingssituation. Amtsvorsteher Ulrich Borngräber sagt: „Auch von Pein konnte keine Aussage machen, wie es hier weitergeht.“
Der Winterabschiebestopp des Vorjahres sei aufgehoben, aber es soll Einzelfallprüfungen geben. „Aktuell sind wir schon mit den aktuellen Fällen überlastet, daher werden wohl alle bleiben“, so der Amtsvorsteher. Für Abschiebungen gebe es nicht genug Personal. 46 Prozent der Flüchtlinge kommen aus Westbalkanländern, die eigentlich zu 99 Prozent abgelehnt werden. Doch erstmal müssen sie untergebracht werden. „Wir behandeln alle gleich“, betont Borngräber. Kriegsflüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak und Eritrea. Kam früher einmal in der Woche ein Bus aus Neumünster aus der Erstaufnahmeeinrichtung an, erreichen das Amt jetzt täglich etwa sieben Personen. Insgesamt leben derzeit 119 Flüchtlinge in Trittau und den Nachbargemeinden. Borngräber lobt die Willkommenskultur und die Hilfe der Ehrenamtlichen, doch es fehle an Struktur. Das soll sich nun bald ändern mit der Einstellung eines Flüchtlingsbeauftragten. Um alle Asylsuchenden unterzubringen, kauft das Amt aktuell zehn Mobilheime, die in Großensee und Lütjensee aufgestellt werden. Mit maximal fünf Personen können diese belegt werden. Sie sind hochwertig ausgestattet und winterfest. Die Verwaltung könne sie später verkaufen. Zudem hat die Amtsverwaltung mehrere Wohnungen angemietet. Ein Sonderproblem stellen bereits anerkannte Asylbewerber dar. Sie können die Sprache noch nicht perfekt und finden aus diesem Grund nicht sofort einen Job. Obwohl sie nun hinziehen könnten, wo sie wollen, bleiben sie zunächst in den ihnen zugewiesenen Wohnungen. „Dann sind die belegt und wir müssen wieder neue Unterkünfte finden. Aber natürlich schmeißen wir niemanden raus, solange er keinen Job und einen direkten Mietvertrag hat“, betont Borngräber. Die Unterbringung in Turnhallen lehnt der Amtsvorsteher ab. „Das ist wirklich die letzte Möglichkeit, denn es nimmt den Bürgern ihren Sport und ihre Treffpunkte“. Er appelliert noch mal an alle potentiellen Vermieter, dem Amt Wohnraum anzubieten: „Wir sind solvente Mieter, zahlen pünktlich. Es sind flexible und individuelle Verträge möglich. Wir bauen um und später bei Auszug auch wieder alles so zurück, wie wir es übernommen haben“.
Zudem schaue ein Hausmeister regelmäßig nach dem Rechten und man achte darauf, „kompatible“ Leute unter zu bringen. Bis jetzt habe es keine Probleme gegeben, alle Vermieter seien zufrieden. Rund 800.000 Euro sind
im Amtshaushalt für die Flüchtlingshilfe eingestellt, die bisher nicht angetastet wurden. Die Mieten übernimmt zum großen Teil der Kreis bzw. das Land. (bm)
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