Wissenswertes über Honig

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Christian Ivens zeigt, wie Honig hergestellt wird Foto: kei
 
Aus einem Hahn rinnt der Honig durch ein Sieb Foto: kei

Trittauer Imker Christian Ivens lud zum Schauschleudern ins Dorfmuseum ein

Hoisdorf/Trittau Der kleine Raum im Stormarner Dorfmuseum in Hoisdorf ist voll. Dicht gedrängt stehen Erwachsene um eine Gerätschaft, die an eine alte Wäscheschleuder erinnert. Die Kinder können kaum in das Gerät hineinsehen. Alle 38 Augenpaare sind auf Christian Ivens gerichtet. Der Imker aus Trittau zeigt eine Bienenwabe hoch. Ivens führt mit Unterstützung seiner Frau das Schauschleudern vor und erklärt dabei Wissenswertes über Honig.
So ist Honig eine Zuckerlösung, in die keine Zusätze dürfen. Honig vergärt auch nicht und kann nicht schlecht werden, denn er enthält weniger als 20 Prozent Wasser. Christian Ivens zeigt eine volle Wabe herum. „Die ist aber schwer“, mein die junge Dame im karierten Kleid und reicht die Wabe an ihren Mann weiter.

„Wenn ihr alle ganz still seid, kann man den Honig an der Kesselwand hören. Er prasselt darauf wie Regen auf ein Fenster.“ Christian Ivens

Dann soll der kleine Benny die Kurbel drehen. „Wenn ihr alle ganz still seid, kann man den Honig an der Kesselwand hören. Er prasselt darauf wie Regen auf ein Fenster“, sagt Ivens. Benny gibt sein Bestes, aber zu hören ist nur die Kurbel. „Das liegt jetzt daran, dass bereits Honig an den Wänden ist“, erklärt der Imker. Nach einigen Versuchen rinnt aus einem Hahn der dickflüssige Honig in ein Behältnis, das auf dem Boden des Museumsraumes steht. Wann denn der Honig kristallisiere, fragt ein Besucher. Das hängt vom Taubenzucker ab, dessen Gehalt je nach Pflanze unterschiedlich sei, von der der Nektar stammt, die die Bienen aufnehmen, erklärt ihm Imker Ivens. So habe die Akazie wenig Traubenzucker und Akazienhonig kristallisiere fast gar nicht im Gegensatz zu Rapshonig, der 15 bis 20 Prozent Traubenzucker enthalte.

Krankheiten bekämpfen


Die Zuhörer können spüren, dass Christian Ivens mit ganzem Herzen Imker ist. 1978 besuchte er den ersten Imkerlehrgang und betreibt die Imkerei „noch“ als Hobby, wie er sagt. „Es reicht aber nicht, eine Kiste in den Garten zu stellen, um Imker zu sein. Da gehört einige Mühe und Aufwand dazu. So müssen Krankheiten konsequent bekämpft werden - wie die Varroamilbe. Da kann der Imker viel bewirken. Er muss immer ‚just in time‘ mit seinen Bienen durchs Jahr gehen.“ Derzeit sei er mindestens einmal die Woche im Raps, sonst je nach Bedarf.
Imkerei ist keine Spielerei oder nur ein bißchen Bienenbeobachten. Dazu gehört Durchhaltevermögen und Geduld, auch bei einer schlechten Honigernte. Denn die Tiere diktieren das Handeln – gerade in der Hauptsaison von April bis Oktober. Erschwerend kommt hinzu, dass mit der Imkerei nicht nachhaltig Gewinn zu erzielen ist. Ein Bienenvolk verbraucht 70 bis 100 Pfund Honig selbst. Nur den Honig darüber hinaus kann der Imker ernten. Außerdem erschweren die Wetterabhängigkeit sowie Billig-Honigimporte das Geschäft.

Einge Sorten sind selten


„Heidehonig gibt es fast gar nicht mehr“, sagt Christian Ivens. Er ist meistens nicht aus der Heide, sondern eine Mischung aus den EU-Ländern, Frankreich, Ungarn und Bulgarien. Das steht dann auch auf dem Glas. „Und wie kann man sicher sein, deutschen Honig zu haben“, fragt eine Besucherin. „Da müsst ihr beim deutschen Imker kaufen“, antwortet der kleine Benny. Und noch etwas: Die Biene Maja ist nur ein Märchen, denn schwarz-gelb sind Wespen. Die Bienen sind dunkel. (mkei)
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