Wohnen mit Gleisanschluss

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Der Bargteheider Bahnhof in der Bahnhofstraße Foto: cs
 
Auch bei Immonet sucht Gloge Mieter

Mieter für Bargteheider Bahnhof gesucht. 2015 wird 150-Jahr-Jubiläum gefeiert

Von Christina Schlie
Bargteheide Fast zwei Jahre ist es her, dass der Bargfeld-Stegener Stephan Gloge den Bargteheider Bahnhof von der Deutschen Bahn gekauft hat. Erst nach zähen Verhandlungen gehörte das 1.038 Quadratmeter große Gebäude dem Diplom-Kaufmann. Nun sucht er für vier sanierte Wohnungen im Obergeschoss Mieter. Wohnen mit Gleisanschluss – eine außergewöhnliche Lage.
Die Altbau- sowie Dachgeschosswohnungen sind 46 bis 110 Quadratmeter groß. In der letzten Ausgabe des Wochenblatts war zum Beispiel die 110 Quadratmeter große Wohnung mit Vollbald, Einbauküche und Altbaucharme inseriert.
„Es ist etwas ganz Besonderes, in so einem historischen Gebäude zu wohnen. Das hat Flair“, sagt Stephan Gloge. Er muss es wissen, schließlich befinden sich bereits sechs Gebäude, die jeweils über 100 Jahre alt sind, in seinem Besitz. Der Bargteheider Bahnhof wird im kommenden Jahr 150 Jahre alt. „Das werden wir sicherlich am Tag des Denkmalschutzes feiern“, so Gloge.
Dass die direkte Gleislage mögliche Mieter skeptisch macht, dafür hat Gloge Verständnis. Nachdem er bereits an der Vorderfront des Gebäudes neue Fenster einbauen ließ, wird auch die hintere Hausseite modernisiert. „Die Rückseite bekommt noch in diesem Jahr Schallschutzfenster“, verspricht der Inhaber.
„Oben sind die Züge kaum spürbar“
Rund 200 Personen- und Güterzüge passieren täglich den Bahnhof, doch darin sieht der Vermieter kein Problem. „Gerade in den oberen Stockwerken sind die Personenzüge sind kaum spürbar.“ Dagegen stehen frisch sanierte, historische Dielenböden, Türen und Klinken, die dem modernen Wohnraum einen nostalgischen Touch geben.
„Das Dach muss in den kommenden Jahren noch gemacht werden“, sagt der Bargfeld-Stegener. „Danach wird es in den Dachgeschosswohnungen noch heller sein.“
Doch mit dieser recht umfangreichen Investition will der Geschäftmann noch warten. Mit dem Ausbau des Schienennetzes für die S4 kommen auch auf ihn noch nicht kalkulierbare Veränderungen hinzu. Streit gibt es mit der Stadt um einen Teil des Bahnhofsgrundstückes, wo momentan noch der Fahrradunterstand platziert ist. „Die Stadt will das Grundstück quasi enteignen, es zu einem Euro pro Quadratmeter kaufen“, sagt Gloge. Dabei liege der Quadratmeterpreis bei 300 Euro. Diesem Vorwurf widerspricht Bürgermeister Görtz. „Selbstverständlich soll hier keine Enteignung vorgenommen werden. Es soll sichergestellt werden, dass auch künftig auf der Fläche Fahrräder abgestellt werden können“, sagt er. Diese Fläche sei schon vor Jahren im Bebauungsplan als Verkehrsfläche festgesetzt worden.
Über die Höhe des Angebots will er keine Angaben machen, betont aber, dass „die Stadt die Höhe des Kaufpreises nicht selbst festlege, sondern der Gutachterausschuss des Kreises ein unabhängiges Gremium befragt.“
Grüne haben ihr Büro im Erdgeschoss
Den anfänglichen Gedanken, Kultur in den Bahnhof zu holen, hat Gloge verworfen. „Die Grünen haben jetzt ihr Büro im Erdgeschoss. Das klappt ganz hervorragend.“ Neben dem Fahrdienstleiter sind aktuell zwei Wohnungen bewohnt.
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