Zirkus-Verbot geplant

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Können Kamele und Elefanten im Zirkus (hier ein Symbolfoto) artgerecht gehalten werden? Die Ahrensburger Stadtvertreter sind skeptisch und wollen keine Unternehmen mit Wildtieren mehr Foto: thinkstock

In Ahrensburg zeichnet sich Mehrheit zum Wildtierschutz ab

Von Stella Bandemer
Ahrensburg. Ein Zirkus, der Wildtiere hält, soll in der Schlossstadt künftig keine Auftrittsgenehmigung mehr erhalten. Dieser Beschlussvorschlag wird derzeit unter den Stadtvertretern diskutiert. Damit reagiert die Stadt auf den Appell der Tierrechtsorganisation Peta, die die Einführung eines strikten Wildtierverbots für Zirkusbetriebe auf kommunaler Ebene fordert.
Viele kritische Stimmen
Peta hatte Anzeige wegen Tierquälerei gegen den Zirkus Voyage erstattet, der im Juni mit 80 Tieren, darunter Giraffen, Nashörner und Elefanten, auf dem Stormarnplatz gastierte. Das Kreis-Veterinäramt sowie Hamburger Amtstierärzte waren sich einig, dass sich der Zirkus Voyage an die Richtlinien halte. Doch auch Ahrensburger Bürger hatten sich beim Rathaus wegen der Wildtierhaltung des Zirkus Voyage beschwert.

„Eine artgerechte Haltung, besonders für Wildtiere, ist im Zirkus nicht machbar“
Karin Zäschke

Matthias Stern (CDU), seit über
34 Jahren Stadtverordneter, ist gegen das Verbot. Doch es zeichnet sich ab, dass er mit dieser Haltung eher in der Minderheit ist, unter Politikern, aber auch bei Ahrensburger Bürgern, wie eine Umfrage des WochenBlatts in der Innenstadt ergab. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, dass Wildtiere, aufgrund des ständigen Ortwechsels und der eingeschränkten Platzmöglichkeiten im Zirkus nicht gut aufgehoben seien. „Eine artgerechte Haltung, besonders für Wildtiere, ist im Zirkus nicht machbar“, sagte Karin Zäschke. Sie geht mit ihren Kindern prinzipiell nicht in den Zirkus und spricht sich für ein Verbot aus. Auch Roland Mattwig (65) und seine Tochter Hannah (18) hoffen, dass in Ahrensburg die Regelung angenommen wird. „Wildtiere gehören in die Savanne, aber nicht in den Zirkus“, sagt Mattwig.
Verbote in anderen Orten
Vier Zirkusfamilien machten in diesem Jahr schon Halt in Ahrensburg. Erst kürzlich war der Circus Monaco in der Stadt. Ob es weitere Gastspiele auf dem Stormarnplatz geben wird, ist angesichts des aktuell geplanten Auftrittsverbots fraglich. Auch bundesweit wird das Thema diskutiert. Bereits 2003 sowie Ende November 2011 forderte der Bundesrat ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus.
Bislang stimmte der Bundestag jedes Mal dagegen. „Auf kommunaler Ebene kann so ein Gesetz beschlossen werden“, so Stadtsprecher Andreas Zimmermann. Städte wie Potsdam, Köln, Speyer, Heidelberg oder Worms haben bereits ein kommunales Wildtierverbot für Zirkusbetriebe eingeführt. In 15 europäischen Ländern gibt es bereits eine Einschränkung oder ein Verbot für das Mitführen von Wildtieren. Das Verbot sei eine angemessene, den Zirkusbetreibern zumutbare Belastung und entspräche keinem Berufsverbot, sondern tangiere lediglich die Berufsausübungsfreiheit, heißt es im Bundesverbraucherschutzministerium. Stadtsprecher Zimmermann: „Wichtig ist es, dass bei der neuen Richtlinie definiert ist, welche Tiere zu den Wildtieren gezählt werden“.
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1 Kommentar
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Ludwig Below aus Norderstedt | 29.08.2013 | 22:33  
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