Zoff zum Jubiläum

Anzeige
Der neu gewählte Vorstand des Bargteheider Kulturrings: Gisela Heuser, Gabriele de Valerio, Sandra Spiegelberg, Manfred Kutsche, Christa Schramm, Albert Schramm, Edina Fritsch und Cornelia Clasen (v.l.) Foto: cs

Spielplan läuft, aber Bargteheider Kulturring liegt mit Stadt im Clinch

Von Christina Schlie
Bargteheide
Im kommenden Jahr wird der Bargteheider Kulturring 50 Jahre alt. Fünf Jahrzehnte lang hat der Verein das kulturelle Leben der Stadt maßgeblich geprägt. Hat über 550 Veranstaltungen auf die Bühne des Kleinen Theaters gebracht. Jetzt ist ein Krach über die zukünftige Nutzung des Hauses entfacht. Durch die Auflösung von KM Kulturmanagement zum 30. Juni dieses Jahres, das sich um einen Teil der kulturellen Veranstaltungen im Kleinen Theater gekümmert hat, stehen Neustrukturierungen für das Haus an. Diese betreffen auch den Kulturring. In Planung ist die Gründung eines Trägervereins, der neben Kino und Gastronomie als „dritte Säule für den Bereich Kultur“ im Theater zuständig sein soll. Unter diesem kulturellen Dach könnten zukünftig die Theaterschule, der Verschönerungsverein Bargteheide (VVB) sowie der Kulturring agieren. Ein Zusammenschluss, der für den ersten Vorsitzenden Manfred Kutsche zum aktuellen Zeitpunkt „undenkbar ist“, wie er auf der Versammlung im Stadthaus deutlich betonte. „Es fehlt an Transparenz und Informationsfluss“, beklagt er. Der Kulturring sei in das geplante Konzept nicht mit einbezogen worden. „Entscheidungen werden über unseren Kopf hinweg gefällt“, lautet der Vorwurf. Würde der Kulturring Mitglied im Trägerverein, könne er nur über zehn Veranstaltungen frei verfügen, weitere fünf müssten von einem Gremium abgesegnet werden, so die Aussage des 1. Vorsitzenden. Damit verliere der Kulturring seine Eigenständigkeit.

Die Fronten sind verhärtet


Ganz anders sieht das der ehemalige Bürgermeister Henning Görtz. Seit vor einem Jahr die Auflösung von KM Kulturmanagement bekannt wurde, habe es vier Gesprächstermine mit dem Kulturring gegeben. „Herr Kutsche wurde intensiv in die Arbeit mit einbezogen“, sagt Görtz. Im Zusammenhang mit dem Trägerverein hat die Stadt dem Kulturring ein Paketangebot gemacht. Das beinhaltet: Fünf zusätzliche Veranstaltungen, fünf anstatt wie bisher zwei Wochenendtermine, eine Zuschusserhöhung auf 30.000 Euro (vorher waren es 23.000 Euro), 5.000 Euro Eigenkapitalhilfe sowie die mietfreie Nutzung der Geschäftsstelle im Kleinen Theater. Manfred Kutsche wehrt sich vehement gegen die Behauptung, er habe dieses Angebot abgelehnt. „Das ist nicht wahr. Ich habe nie etwas abgelehnt“, sagt Kutsche. Da er aber den Trägerverein ablehnt, lehnt er auch das Angebot ab. Die Situation zwischen der Stadt und dem Kulturring scheint festgefahren.
„Die Karre ist in den Graben gefahren“, so ein Mitglied auf der Jahreshauptversammlung. Ein unabhängiger Vermittler könnte die Situation retten. Man dürfe das Ziel, „Kultur zu machen, vor lauter Eitelkeiten des Einzelnen nicht aus den Augen verlieren“, so eine weitere Stimme aus dem Publikum. Bis es soweit ist, plant der Kulturring seine kommende Saison wie gehabt. „Mit dem neuen Spielplan tun wir vorerst so, als wäre alles im Reinen“, so Manfred Kutsche. Wirtschaftlichkeit steht neben dem Inhalt an oberster Stelle. Für die Saison 2016/2017 planen die Kulturschaffenden 17 Vorstellungen. Das sind fast doppelt so viele wie in der aktuellen Spielzeit. Kutsche: „Mit diesem Spielplan können wir Geld verdienen.“ Das Angebot reicht von klassischen Theaterstücken wie „Martinus Luther“ über lustiges und zugleich anspruchsvolles wie „Krach im Hause Gott“, Kurioses wie „Ennio Marchetto – The Living Paper“ bis hin zu einem Musical „Merci Udo – Hommage an Udo Jürgens.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige