Zuhause für heimatlose Tiere

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Birte Miklis (links) sorgt liebevoll für den Hund Puschel, der schon etliche Jahre im Tierheim sein Zuhause hat, Praktikantin Katja Wötje kümmert sich um das neue Zwergkaninchen.Foto: H.-E. Jaeger

Am Sonnabend wird im Tierheim am Anna-Heitmann-Weg Sommerfest gefeiert

Von Hans-Eckart Jaeger
Bad Oldesloe. Manchmal ist der Lärm rund um das Tierheim am Anna-Heitmann-Weg unerträglich. Aber nicht, weil die 70 Katzen, zwölf Hunde und fünf Kleintiere, die beim „Tierschutz Bad Oldesloe“ vorübergehend ihr Zuhause haben, übermäßigen Krach machen. Die Eisenbahnzüge auf den Strecken R10 (Hamburg-Lübeck) und R11 (Neumünster-Bad Oldesloe) donnern regelmäßig vorbei. Die Gleise nehmen das Tierheim auf dem 2100 qm großen Grundstück neben dem Klärwerk genau in die Mitte.
„Wir haben uns an den Radau gewöhnt, die Tiere auch“, sagt Christina Wilkins, die 2. Vorsitzende des 1954 gegründeten Tierschutzvereins. In der Regel werden die Fund- oder Abgabetiere schnell vermittelt, einige jedoch bleiben länger. So wie der Mischlingshund, der friedlich in einer Ecke liegt. Seit zwei Jahren ist er schon hier. „Vielleicht findet er ja auf unserem großen Sommerfest am 9. Juni ein neues Frauchen“, sagt Christina Wilkins.
Das hofft auch die Besitzerin des munteren Zwergkaninchens, die gerade an der Eingangstür klingelt. Die Frau will sich von ihm trennen, weil es zu Hause immer Ärger mit dem zweiten Kaninchenbock gibt. „Beide vertrugen sich nicht, es gab nur Zank und Streit“, berichtet sie. Gegen eine Gebühr von zehn Euro gibt sie es ab, Tierheimhelferin Birte Miklis untersucht den Zustand des Kaninchens und stellt etliche Bissverletzungen am Rücken fest.
„Das ist ein Fall für unsere Tierärztin“, sagt Christina Wilkens, die zu Hause in Reinfeld vier Katzen und ein Kaninchen besitzt. „Frau Doktor ist kompetent und erspart uns eine Menge Stress. Kleine Operationen führt sie hier aus, wir müssen nicht zur nächsten Tierklinik fahren. Ein Glück, dass wir sie haben.“
Diese Überzeugung vertritt der gesamte Tierschutz-Vorstand mit der Vorsitzenden Claudia Reher an der Spitze. Dr. Diana Mull, Teilzeitangestellte im Tierheim, führt eine Kleintierpraxis in Bornhöved, kommt an drei Vormittagen in der Woche nach Bad Oldesloe und kümmert sich intensiv um die gesundheitliche Probleme aller Heimtiere. Vollzeitkraft Nadja Schumacher, fünf Teilzeitkräfte und die Praktikanten Lucas Meintz und Katja Wötje sorgen ebenfalls liebevoll für die Tiere.
„Tiere sind etwas Tolles“, sagt Christina Wilkens. „Sie sind dankbar, wenn man sie gut behandelt und ihnen Aufmerksamkeit und Zuneigung gewährt. Man hängt an jedem Tier, das ein schweres Schicksal hinter sich hat.“ Der Tierschutzverein Bad Oldesloe hat zur Zeit 320 Mitglieder. „Von den Beiträgen allein kann der Betrieb nicht aufrecht erhalten bleiben, auch nicht von den Zuschüssen der Städte und Ortschaften, für deren Fund- und Abgabetiere wir zuständig sind“, sagt die 2. Vorsitzende. „Spenden und Erbschaften helfen uns aber weiter.“
Das war auch vor 58 Jahren so, als Annelise Zahn aus Bad Oldesloe den „Tierschutz Bad Oldesloe e.V.“ gründete. Sie nahm herrenlose Tiere in ihrer Privatwohnung auf. Jahrelang kämpfte sie bei den Behörden um finanzielle Mittel, warb Mitglieder und sammelte Spenden, damit die Tiere artgerecht untergebracht werden können. Später wurde sie wegen ihrer Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Sommerfest am Sonnabend, 9. Juni (11 bis 16 Uhr, Tierheim, Anna-Heitmann-Weg 1. Großer Flohmarkt, Tombola und Vorführung Karateschule.
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